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Fiona Rae

Fiona Rae (*1963) nutzt in ihren Gemälden nicht nur die Kunstgeschichte als Fundus, ebenso unbekümmert greift sie auf Formen der Popkultur, des Kitsches, der Typografie oder auch der digitalen Bildbearbeitung zurück und verschmilzt diese zu komplexen, ästhetisch tiefgründigen abstrakten Assemblagen.

Aus schwarzem Grund aufsteigend, entsteht eine komplexe, wie in einer Momentaufnahme erstarrt wirkende Komposition aus zwei scheinbar unvereinbaren Malweisen. Über mehrere horizontal ausgerichtete geometrische Formen sind in einem scheinbar willkürlichen malerisch-gestischen Prozess Pinselspuren gezogen worden, bei denen die benutzte Farbmasse zerdehnt und zerrissen wurde. Diese zweite Schicht liegt deutlich über der ersten, ihre „Schatten“ erzeugen eine Räumlichkeit, die diesem abstrakten Bild nicht nur eine überraschende Tiefe, sondern auch eine narrative Qualität gibt. Auch die Anspielung des Titels auf einen der bekanntesten Horrorfilme der 80er Jahre unterstreicht dies und verstärkt die finstere Unberechenbarkeit der Lektüre des Bildes. Die Statik der geometrischen Urformen wird durch einen malerischen „Morphing“-Effekt aus dem Lot gebracht. Es findet eine Metamorphose des Stabilen zum Gestischen, Unstabilen, Unsicheren statt. Die Lektüre lässt verschiedene Gegensätze erkennen: Improvisation gegen Komposition, amorph gegen orthogonal, Geometrie gegen Gestus.

Kunstwerke

  1. Fiona Rae Evil Dead 2, 1998

    Huile et acrylique sur toile
    243,8 x 213,4 cm
    Collection Mudam Luxembourg
    Acquisition 2000
    © Photo : Prudence Cuming Associates Ltd

Marina Abramović, "Video Portrait Gallery", 1975-1998 | Collection Mudam Luxembourg | Acquisition 2001
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