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Nora Turato, "i am happy to own my implicit biases (malo mrkva, malo batina)", 2018–20 © Photo : Herve Veronese / Centre Pompidou
Nora Turato

i am happy to own my implicit biases

Aus Anlass ihrer Aufnahme in die Mudam Sammlung wird die Arbeit i am happy to own my implicit biases (malo mrkva, malo batina) (2018-2020) von Nora Turato vom 19. November 2022 bis zum 4. Mai 2023 im Foyer im Untergeschoss des Museums präsentiert, im weiteren Zusammenhang auch mit der Ausstellung 25 Jahre Mudam Sammlung.

Nora Turato (1991, Zagreb) ist bekannt für ihre Spoken Word Performances, ihre Künstlerbücher und ihre Videos, in denen sie Text und Malerei reichlich Platz einräumt. Auf der Basis ihrer musikalischen Erfahrung und ihrer grafischen Ausbildung fügt sie Worte und Phrasen aus den Medien und aus ihren eigenen Unterhaltungen zu epischen „Skripts“ für ihre Performances oder zu ihren typografischen Arbeiten zusammen, für die sie die unterschiedlichsten Mittel und Träger wählt. Ihre Arbeit interessiert sich für die Sprunghaftigkeit der Sprache, die sie hörbar macht durch ihre stimmliche Modulation und sichtbar durch ihre grafische Form.

i am happy to own my implicit biases (malo mrkva, malo batina) (2018-2020) ist eine Soundinstallation in einer großen Metallstruktur, die ursprünglich für die Manifesta 12 in Palermo angefertigt worden war, wo sie im Oratorio di San Lorenzo gezeigt wurde. Mit Elementen eines Käfigs, einer Umkleidekabine und einen Beichtstuhls funktioniert dieses Gefängnisenvironment gleichermaßen als Bühne für Turatos Performances wie als Sitzgelegenheit für die Zuschauer und wo man sich unterhalten kann. Die Installation wird von einer Aufnahme der Stimme der Künstlerin begleitet, die aus den oben angebrachten Lautsprechern zu hören ist. Die gleichnamige Performance, die den Soundtrack zur Installation bildet, besteht aus Fragmenten einer Unterhaltung. Das Skript erwähnt die doñas de fuera (Frauen von außerhalb), weibliche Geister aus der sizilianischen Folklore (deren Bezeichnung noch auf die Zeit der spanischen Herrschaft über die Insel zurückgeht), die, so sagte man, die von der Inquisition der Hexerei verdächtigten Frauen quälten. Diese historische Referenz ist Teil der kontinuierlichen Reflexion der Künstlerin über das Schweigen der Frauen in patriarchalischen Gesellschaften, die dann in der wütenden, wortmächtigen und kraftvollen weiblichen Figur in ihren Performances Gestalt annimmt.

Biographie
Nora Turato (1991, Zagreb) hatte Einzelausstellungen im MoMA, New York (2022), in der Wiener Secession, (2021), im MASI, Lugano, im Centre Pompidou, Paris, im Museum für Gegenwartskunst Siegen (2020), im Museum Serralves, Porto und in der Beursschouwburg, Bruxelles (2019). Ihre Arbeit wurde in internationalen Gruppenausstellungen gezeigt, wie auf der Biennale von Belgrad oder der Manifesta 12 in Palermo (2018).

Credits

Ort:
Foyer