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Symposium | Riverine Borders: On rivers and other border materialities

Wann
ab
Wo
Mudam Auditorium
Im Rahmen der Ausstellung

Zoe Leonard. Al río / To the River

Sprachen

Englisch

Eintritt

Frei (Mittagessen im Mudam Café für 10€)

Anmeldung erforderlich

mudam.com/rsvp-riverine-borders

Begrenzte Teilnehmerzahl

Änderungen oder Stornierungen vorbehalten

Wasserwege sind ein wesentlicher Bestandteil in der Welt der lebenden und der leblosen Dinge. Sie formen Landschaften und dienen in vielen Teilen der Welt als Linien zur Abgrenzung – als „natürliche Grenzen“ – zwischen den Staaten. Doch über ihre trennende Eigenschaft hinaus verbinden Flüsse und Ströme auch, und so sind Grenzgebiete oftmals Landstriche von einer besonderen Lebhaftigkeit, wo das Zusammenspiel, der Austausch und die Durchlässigkeit zu gegenseitiger Befruchtung und zu Wechselwirkungen führt.

Im Zusammenhang mit Zoe Leonards Ausstellung Al río / To the River wird sich eine Reihe von Vorträgen sowie ein Studientag mit dem Titel Riverine Borders: On rivers and other border materialities mit der Materialität dieser Flussgrenzen sowohl aus territorialer, geographischer und politischer Perspektive beschäftigen, als auch ihre metaphorische Seite als Orte des Zufalls beleuchten, an denen sich Interessen und Ideologien überschneiden und zusammenprallen.

Eine Reihe von Wissenschaftlern aus der bildenden Kunst, aus Kulturwissenschaften, Geschichte und Geografie wird das Thema der Flussgrenze in Nordamerika und in Europa in den Blick nehmen. Ihre Beiträge sind sowohl Teil wie auch Fortsetzung einer aktuell geführten Debatte über den Status und die (symbolische) Bedeutung von Grenzen. Diese Befragungen der Grenzen haben gerade in den letzten Jahrzehnten an Fahrt aufgenommen. Die Bedeutung von Grenzen als Antwort aufwachsende Nationalismen und insbesondere auf die anhaltende Flüchtlingskrise führten zu einer zunehmenden Digitalisierung der Grenzregime, zu einer Verstärkung physischer und digitaler Überwachung und zur Vervielfachung von Grenzanlagen überall auf der ganzen Welt.

Das Programm wurde in Verbindung mit Zoe Leonards Ausstellung Al rio / To the River (26.02.-06.06.2022, Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean) entwickelt, in Zusammenarbeit mit dem UniGR-Center for Border Studies: Universität Luxembourg (Geografie und Raumplanung), mit der Universität des Saarlandes (North American Literary and Cultural Studies) und der Universität Trier (Trierer Centrum für Amerikastudien).

Zeitplan des Symposiums
09h00: Möglichkeit zum Ausstellungsbesuch, das Studentenprojekt Borderland Stories im Mudam Studio zu entdecken und Frühstück im Mudam Café
10h00: On the materiality of the river: Rebekka Kanesu, Dr. Ifor Duncan, Dr. C. J. Alvarez
12h30: Mittagspause, Möglichkeit zum Ausstellungsbesuch und das Studentenprojekt Borderland Stories im Mudam Studio zu entdecken
14h00–16h30: On the river as a metaphor: Elisabeth Lebovici & Catherine Facerias, Dr. Daniela Johannes, Prof. Dr. Astrid Fellner
17h00: Abschluss und Schlussdiskussion

Rebekka Kanesu
Liquid lines – an exploration of hydrosocial borders
In diesem Vortrag untersuche ich, wann und wie ein Fluss zu einem „Zeichen von Teilung“, zu „einem Motor der Konnektivität“ oder zu überhaupt keiner Grenze gemacht wird. Flüsse als Grenzen stellen das gängige Verständnis von scheinbar statischen (politischen) Grenzen in Frage. Flüsse stellen keine einfachen kartografischen Linien territorialer Trennung dar, sondern sind ständig in Bewegung und verändern ihre Form entsprechend den Jahreszeiten und ihrer jeweils spezifischen Hydromorphologie. Neben ihrer Rolle als sichtbare Abgrenzung erfüllen sie gleichzeitig mehrere Funktionen, zum Beispiel als Infrastruktur für Schifffahrt, Energiegewinnung und Abwassereinleitung, als Frischwasserquelle, Erholungsraum oder aquatisches Ökosystem. Flüsse sind hydrologische und soziale Einheiten, was ihre Nutzbarmachung als Grenze erschwert. Durch die Analyse der Hydrosozialität der Mosel, des Flusses, der die Grenzen zwischen Frankreich, Luxemburg und Deutschland gleichzeitig bildet und überschreitet, plädiere ich für eine dynamischere und komplexere Perspektive auf Grenzen. Die Diskussion verschiedener Beispiele materiell-diskursiver Praktiken, die die Mosel als Grenze prägen, soll die Spannungen, Verbindungen, Kontrollversuche und Formen des Widerstands aufzeigen, die zwischen verschiedenen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren im Prozess der Grenzziehung ausgehandelt werden. Indem ich die Mosel als dreidimensionalen flüssigen Raum betrachte und ihre Direktionalität und Materialität in meine Überlegungen miteinbeziehe, möchte ich die kontingenten Formen der hydrosozialen Grenzziehung untersuchen, die ein neues Verständnis von Grenzräumen eröffnen können.

Rebekka Kanesu ist Doktorandin in Humangeographie am Fachbereich Raum- und Umweltwissenschaften der Universität Trier. Sie hat einen Hintergrund in Sozial- und Kulturanthropologie und interessiert sich für Themen, die Mensch-Umwelt-Beziehungen, politische Ökologie und Mehr-als-menschliche-Geographien im Kontext der Grenzstudien umfassen. In ihrer Doktorarbeit „Flüssige Linien – Über Flüsse und Grenzen im Anthropozän“ untersucht sie die Beziehungen zwischen Menschen, Fischen und der grenzüberschreitenden Mosel als Infrastruktur aus einer politisch-ökologischen Perspektive.

Dr. Ifor Duncan
Weaponising a River
Dieser Vortrag untersucht die Produktion des Flusses Evros/Meriç/Maritsa – die „Landgrenze“ zwischen Griechenland, der Türkei und Bulgarien – als Grenztechnologie. Von ihrem Hauptlauf bis zu ihrem Delta ist diese Flussgrenze von Überquerungen von Asylsuchenden und systematischen Rückführungen geprägt. Ich begreife diese Technologie als eine, die die gesamte Hydrologie des Flussökosystems umfasst, von den tödlichen Geschwindigkeiten des Mittellaufs bis hin zum Schlamm, zum Nebel und den Hochwasserschutzmauern, die die ihn umgebende militärische Pufferzone markieren (Zoni Asfaleias Prokalypsis – ZAP). Der Umstand, dass die ZAP den Überschuss an Hochwasser als Vorwand für die exzessive Ausübung souveräner territorialer Macht anführt, führt in Teilen zu einer staatlichen Straffreiheit. Nach einem Jahrhundert fluviogeomorphologischer Veränderungen seit der Demarkation im Jahr 1926 bewässert der zur Grenze erklärte Fluss seinerseits die Grenze. Demzufolge ist die Flussgrenze ein dynamisches Archiv militärischer Berechnungen und geopolitischer Entscheidungen, die sich seine gefährlichen Eigenschaften zu eigen machen, was zur Produktion immer risikoreicheren Migrationsrouten führt. Hier sind brutale Übergriffe an der Tagesordnung, Handys und offizielle Dokumente werden in den Fluss geworfen, und nach saisonalen Überschwemmungen werden Leichen im Delta angespült. Mit ihren Gewässern und Sedimenten ist die Flussgrenze sowohl Waffe als auch Archiv der Reproduktion tödlicher Ausgrenzungspolitiken, die an den Wasserrändern der EU umgesetzt werden. Dieser Vortrag beinhaltet hydrophone Aufnahmen und Interviews mit Asylsuchenden, Rechtsgelehrten und Umweltwissenschaftlern sowie weitere zeitbasierte Medien.

Ifor Duncan ist ein Autor, Künstler und interdisziplinärer Forscher, der sich mit den Überschneidungen zwischen politischer Gewalt und Wasserökosystemen beschäftigt. Er ist Postdoktorand in Environmental Humanities an der Ca’ Foscari University in Venedig. Er hat am Centre for Research Architecture des Goldsmiths mit der Doktorarbeit Hydrology of the Powerless promoviert und arbeitet zurzeit am Buchprojekt, Necro-Hydrology, ein Konzept, das Kontexte beschreibt, in denen Wissen und entsprechender Umgang mit dem Wasser und seinen vielfältigen Formen zu lebensfeindlichen Zwecken eingesetzt werden, und das menschliche und ökologischen Gerechtigkeit als untrennbar miteinander verbunden versteht. Ifor ist ferner Gastdozent am Royal College of Art.

Dr. C. J. Alvarez
Three Ways to Think about River History with Examples from the Rio Grande
Der Rio Grande ist ein sehr langer Fluss mit wenig Wasser. Doch obwohl ganze Abschnitte des Flusses regelmäßig versiegen, spielt er eine wichtige Rolle in verschiedenen Arten von historischen Erzählungen, vor allem aufgrund der großen Entfernung, die er von den hohen, schneebedeckten Rocky Mountains durch die trockene Wüste hindurch und hinunter zum subtropischen Golf von Mexiko zurücklegt. Über eine Distanz von mehr als 3.000 km bewegt er sich durch sehr unterschiedliche Umgebungen und Kulturen. Diese Komplexität wird durch den Umstand verstärkt, dass ein Teil des Flusses in eine politische Grenze umgewandelt wurde. Während meiner jahrelangen Recherchen zur Grenzziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko und zur Chihuahua-Wüste habe ich viel Zeit an den Ufern des Rio Grande über seine gesamte Länge verbracht. Aus diesen Erfahrungen habe ich drei weitgehend unterschiedliche Sichtweisen auf den Fluss entwickelt. Jede dieser Sichtweisen hat zu unterschiedlichen Forschungsfragen geführt. Diese lauten: Was ist die Natur des Flusses? Wie haben die Menschen mit ihm interagiert? Wie wurden ihm politische Beweggründe aufgezwungen? Manchmal überschneiden sich die Antworten auf diese Fragen, aber generell produzieren sie unterschiedliche Arten von Erzählungen und helfen uns dabei, unterschiedliche Sichtweisen auf die nichtmenschliche Welt zu entwickeln. Dieser Vortrag möchte Sie mit einem besonders faszinierenden nordamerikanischen Fluss vertraut machen, aber er soll auch eine Reihe intellektueller Rahmenbedingungen vermitteln, die auf jede andere Wasserstraße auf diesem Planeten angewendet werden können.

C. J. Alvarez wuchs in Las Cruces, New Mexico, auf. Er studierte Kunstgeschichte in Stanford und Harvard und promovierte in Geschichte an der University of Chicago. Gegenwärtig ist er außerordentlicher Professor in der Abteilung für mexikanisch-amerikanische und lateinamerikanische Studien an der University of Texas in Austin, wo er über die Geschichte der US-mexikanischen Grenze und Umweltgeschichte schreibt und lehrt. Er ist Autor des Buchs Border Land, Border Water: A History of Construction on the U.S.-Mexico Divide, der ersten umfassenden Geschichte von Bauprojekten an der Grenze. Zurzeit schreibt er an einem Buch über die Geschichte der Chihuahua-Wüste, der größten und am wenigsten bekannten Wüste Nordamerikas.

Catherine Facerias & Elisabeth Lebovici
Crossing over with Borderlands/La Frontera
„Was, wenn ich diesen Raum, in den ich als Lesbe, als Mexikanerin, als Frau, als kleine Person oder was auch immer hineingedrängt wurde, zu meinem Territorium mache… Was, wenn ich beginne, diesen Riss zu vergrößern, damit auch andere in diesem Raum Platz nehmen können?“ (Gloria Anzaldua, in BackTalk, Women Writers Speak Out, 1993). 35 Jahre nach der Veröffentlichung von Borderlands/La Frontera: The New Mestiza ist das Vermächtnis von Gloria Anzaldua weiterhin von großer Bedeutung. „Borderlands“ ist zu einem festen Begriff in unterschiedlichen Disziplinen geworden, von der Literatur bis zu den Border Studies, von der Chicanx- und Latinx-Anthropologie bis zur Theorie der Ökokritik. Die aus dem Rio-Grande-Tal stammende Autorin beschrieb das Grenzland seinerzeit als einen in sprachlicher und identitärer Hinsicht formativen Raum sowie als Ort des politischen und kulturellen Widerstands. Unser Vortrag wird sich auf die Grenze als lebendigen, sich verändernden, „überbrückenden“ und letztlich produktiven Raum für Minderheitenkulturen und -subjektivitäten konzentrieren.

Catherine Facerias ist eine unabhängige Forscherin und Autorin. Sie hat Stadtanthropologie an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris studiert. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Produktion des öffentlichen Raums in bebauten Umgebungen, die Bedingungen des Zugangs zum öffentlichen Raum und zur Stadt im Allgemeinen sowie auf die Existenzbedingungen in den Zwischenräumen des Stadtraums.

Elisabeth Lebovici ist Kunsthistorikerin und Kritikerin. Die in Paris lebende Autorin war Kulturredakteurin bei der Tageszeitung Libération (1991–2006) und führt den Blog Le Beau Vice. Die frühere HIV/AIDS-Aktivistin ist zusammen mit Catherine Facerias Gründungsmitglied des LIG-Fonds (Lesbians of General Interest). Seit den 1990er Jahren schreibt sie über Feminismus, Aktivismus, queere Politik und zeitgenössische Kunst. Zusammen mit Catherine Gonnard ist sie Autorin einer Geschichte der Künstlerinnen in Frankreich zwischen 1880 und 2000, Femmes artistes/Artistes femmes: Paris de 1880 à nos jours (Paris, Hazan, 2007). Ihr neustes Buch, Ce que le sida m’a fait. Art et Activisme à la fin du 20esiècle (Zürich, JRP Ringier, „lectures Maison Rouge“, 2017 und 2021) hat 2017 den Prix Pierre Daix für zeitgenössische Kunstgeschichte erhalten. Zusammen mit Patricia Falguières und Nataša Petrešin-Bachelez kuratiert sie ein fortlaufendes Seminar an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris mit dem Titel „Something You Should Know: Artists and Producers“.

Dr. Daniela Johannes
Cry me a River: Water Affects and Womanhood in Borderlands Chicanx Literature
Im Zentrum der moralischen Erzählung von La Llorona – dem weinenden Mutter-Geist aus der mexikanisch-amerikanischen Grenzfolklore – steht der Archetypus der Frau, die dem gängigen Rollenmodell der Mutterschaft nicht entspricht und deshalb dazu verdammt ist, am Flussufer um ihre verlorenen Kinder zu weinen. Das Bild des fließenden Flusses, einst Symbol für den nie endenden Fluss des Lebens, symbolisiert hier den Tod, das Ertrinken und die Tiefe, und steht in Beziehung zu den unkontrolliert fließenden Tränen der Frau. Auf diese Weise dient der Archetyp nicht nur dazu, den Drang nach Mutterschaft zu wecken, sondern auch dazu, Frauen ein unerwünschtes Bild der Weiblichkeit auszureden, das mit stereotypen Vorstellungen von Emotionalität, Reizbarkeit und Irrationalität assoziiert wird. In der zeitgenössischen Borderlands-Literatur werden Archetypen der Weiblichkeit wie La Llorona neu interpretiert. Laut Barbara Simerka dient dies dazu, „die Rolle der Frau über den traditionellen Fokus von Mutterschaft und Ehe hinaus neu zu definieren und zu erweitern“. Darüber hinaus befasst sich dieser Vortrag mit der Frage, wie diese Literatur die emotionalen Reaktionen von Frauen in Bezug auf die affektiven Instanzen des Wassers neu definiert, das die Frau symbolisch und materiell rück-durchdringt. Die affektiven Wechselwirkungen zwischen territorialer Landschaft und Frauenkörpern beleben erneut das, was Cherríe Moraga eine „fleischgewordene Theorie“ nannte, und schreiben Geoimaginationen von Grenzgebieten sowohl in Frauenkörper als auch in Gewässer ein. Während Flüsse als Instrumente der Begrenzung dienen, um politische Grenzlinien zwischen Nation und Geschlecht zu etablieren, hat die Begrenzung als affektiver Akt in der Literatur das Potenzial, diese Grenzen innerhalb des intimen Territoriums des Körpers aufzulösen.

Dr. Daniela Johannes ist außerordentliche Professorin für Latinx-Studien an der West Chester University in Pennsylvanien. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Bedeutung der Umgebung der Sonora-Wüste für die Sicherung der Südgrenze der USA, die eine Politik der Natur als Mittel zur Kontrolle von Leben und Tod im Raum der Nation betreiben. In West Chester ist Dr. Johannes derzeit Direktorin des Programms für lateinamerikanische und Latinx-Studien und Vorsitzende der Kommission für eine multikulturelle Fakultät innerhalb des Diversity, Equity and Inclusion Office. Auf regionaler Ebene hat sie kürzlich die Leitung des Greater Philadelphia Latin American Studies Consortium übernommen.

Prof. Dr. Astrid Fellner
Bridging Rivers/Undoing Borders: Queer Border Practices on the US-Mexican Border
Wie können Grenzen abgebaut werden? Wie kann die Wasseroberfläche von Flussgrenzen feste Abgrenzungen verschieben und zu einer Entgrenzung beitragen? Inwiefern können flussübergreifende kulturelle Praktiken mächtige Gegenformationen zur Sichtweise von Grenzen und Grenzregimen als infrastrukturelle Ereignisse oder technologische Operationen – d.h. Assemblagen verschiedener menschlicher Akteure, Technologien und Überwachungsapparate – darstellen? Unter Berücksichtigung der Bedeutung von Grenzprozessen im 21. Jahrhundert beleuchtet dieser Vortrag neue Grenzerkenntnistheorien, die das kreative Potenzial von Flussgrenzen nutzen, um feste Linien aufzulösen. Dieser Beitrag konzentriert sich auf das subversive Potenzial künstlerischer Grenzpraktiken, die Grenzen queeren und destabilisieren, und verweist dabei auf spezifische Fälle von Überlappung, Überkreuzung, Verschmelzung, Schichtung und Kollision von Flussgrenzen.

Astrid M. Fellner hält den Lehrstuhl für Nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität des Saarlandes. Sie ist Co-Sprecherin des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Canadian Social Science Foundation geförderten internationalen interdisziplinären Graduiertenkollegs „Diversity: Mediating Difference in Transcultural Space“, das die Universität des Saarlandes und die Universität Trier gemeinsam mit der Université de Montréal durchführen. Sie ist außerdem Projektleiterin des EU-geförderten INTERREG Großregion VA-Projekts „University of the Greater Region Centre for Border Studies“ an der Universität des Saarlandes und Aktionskoordinatorin eines dreisprachigen Border Glossary, eines Handbuchs mit vierzig Schlüsselbegriffen der Border Studies. Seit 2014 ist sie in einem DAAD-Ostpartnerschaftsprojekt mit der Petro Mohyla Black Sea National University in Mykolajiw zum Thema „Bridging Borders“ tätig. Seit April 2021 ist sie zudem Mitglied des interdisziplinären BMBF-Projekts „Linking Borderlands“, in dem sie Grenzfilme und die Industriekultur der Großregion im Vergleich zur deutsch-polnischen Grenze untersucht. Zu ihren Veröffentlichungen gehören Articulating Selves: Contemporary Chicana Self-Representation (2002), Bodily Sensations: The Female Body in Late-Eighteenth-Century American Culture (erscheint in Kürze) sowie mehrere Sammelbände und Artikel in den Bereichen Border Studies, US-Latino/a-Literatur, postrevolutionäre amerikanische Literatur, kanadische Literatur, Indigene Studien, Gender/Queer Studies und Cultural Studies.

Ablauf der Online-Vorträge
13.05.2022 | 18h30–20h00: Carlos Morton (University of California at Santa Barbara), The tao of Mestizaje: multiple borders, multiple bridges
(Mehr Infos und Anmeldung: Universität des Saarlandes)
22.03.2022: Fabio Santos (Universität Aarhus), Bridging Fluid Borders: Entanglements in the French-Brazilian Borderland
12.04.2022: Ana Gomez Laris (Universität Duisburg-Essen), on the symbolic meaning of borders and their effects on identity, considering phenomena of passing by (undocumented) migrants to the United States.