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Ein minimalistischer Galerieraum mit einer großen, abstrakten blauen Wandskulptur aus unregelmäßigen horizontalen Formen. Sie ist an einer weißen Wand über einem hellen Steinboden angebracht. Rechts sind eine niedrige weiße Sitzbank und ein Fenster zu sehen.
Installationsansicht, ‘Christine Sun Kim: FOR EVER’, Mudam Luxembourg. Foto: Mareike Tocha

FOR EVER

Christine Sun Kim

–

Kurator

Léon Kruijswijk
Assistiert von Hollie Douglas

Produktionsteam

Boris Reiland
Tawfik Matine El Din
Jordan Gerber

Mit Unterstützung von

Miyoung Lee

The KHR McNeely Family Foundation –
Kevin, Rosemary and Hannah Rose McNeely

Technische Unterstützung

Audio Technica

Herstellung der Acetatplatten

Erik Breuer, Brewery Studios, Berlin

Dank an

Matt Karmil
Robert Keil
Gan Uyeda

Besonderer Dank an

Thomas Mader

Hinweis

Die Ausstellung erstreckt sich ausschließlich über das Erdgeschoss des Mudam-Pavillons. Auf Wunsch der Künstlerin wurde die Ebene -1 nicht bespielt, da sie nicht barrierefrei zugänglich ist und dadurch einen Teil des Publikums ausschließen würde.

Vor allem ist diese Ausstellung jedem gehörlosen Menschen gewidmet, der jemals diese Erde betreten hat, sowie all jenen, die noch kommen werden.

Dokumente

Ausgehend von der kapellenartigen Architektur des Mudam Henry J. and Erna D. Leir Pavillons schafft Christine Sun Kim (geb. 1980) ein Monument, das dem Begriff „forever“ nachgeht. Den Kern der Arbeit bilden vier skulpturale Leinwände, die dieses Wort immer wieder in Amerikanischer Gebärdensprache (ASL) wiedergeben. Kim verwendet diese Sprache nicht nur im Alltag, sondern untersucht in ihrer künstlerischen Praxis auch eingehend, wie sie ausgedrückt, gedeutet und wahrgenommen wird. In der neuen, eigens für das Mudam entstandenen Arbeit knüpft die Künstlerin daran an und erkundet das Verhältnis von Sprache zur Flüchtigkeit des Ausdrucks und zum Wechselspiel von Dauer und Vergänglichkeit.

Die Leinwände von FOR EVER würdigen die Beständigkeit und Widerstandskraft der Taubenkultur und der Tauben Community. Über Jahrhunderte hinweg hat diese Gemeinschaft Unterdrückung und Auslöschung erfahren: durch Versuche, Gebärdensprachen zu verbieten, durch gesellschaftliche Diskriminierung und durch die Medikalisierung von Taubheit. Das geschieht bis heute. Kim, die sonst in Schwarz-Weiß arbeitet, hat die Leinwände in einem Türkiston gefasst – jener Farbe, die weithin als Symbol für Taube Communities gilt und zudem mit universellen Symbolen für Barrierefreiheit sowie mit klinischen Kontexten in Verbindung gebracht wird. In einer Geste der Solidarität und des Engage-ments lädt die Künstlerin dazu ein, über die fortdauernde Präsenz tauben Daseins nachzudenken und über dessen wechselnde Sichtbarkeit in historischen, kulturellen und institutionellen Erzählungen. Kim ermutigt das Publikum – Hörende wie Taube –, sich mit diesen Bedrohungen durch Verdrängung auseinanderzusetzen und Taubheit als einen entscheidenden Teil der menschlichen Biodiversität zu behaupten.

In FOR EVER beleuchtet Christine Sun Kim die Zeitlichkeit dessen, was zugleich real und abstrakt ist – Präsenz, Kommunikation, Klang. Sie spielt mit den Modi von Sprache, mit ihrer Dauer und ihrer Vergänglichkeit, und hebt hervor, wie sich Kultur, Erinnerung und Geschichte in ihr bewahren. Indem sie „forever“ wieder und wieder und mit Nachdruck materialisiert, macht sie den fortlaufenden Prozess greifbar, in dem vorherrschende Diskurse und Geschichtsschreibungen durch Handeln neu gefasst werden. Kims monumentale Geste bekräftigt auf eindrucksvolle Weise, dass es taube Menschen schon immer gegeben hat – und dass es sie auch weiterhin geben wird, für immer.

Ein minimalistischer Galerieraum mit einer großen, abstrakten blauen Wandskulptur aus unregelmäßigen horizontalen Formen. Sie ist an einer weißen Wand über einem hellen Steinboden angebracht. Rechts sind eine niedrige weiße Sitzbank und ein Fenster zu sehen.
Installationsansicht, ‘Christine Sun Kim: FOR EVER’, Mudam Luxembourg. Foto: Mareike Tocha
Ein minimalistischer Galerieraum mit einer großen, abstrakten blauen Wandskulptur aus unregelmäßigen horizontalen Formen. Sie ist an einer weißen Wand über einem hellen Steinboden angebracht. Rechts sind eine niedrige weiße Sitzbank und ein Fenster zu sehen.
Installationsansicht, ‘Christine Sun Kim: FOR EVER’, Mudam Luxembourg. Foto: Mareike Tocha
Ein minimalistischer Galerieraum mit einer großen, abstrakten blauen Wandskulptur aus unregelmäßigen horizontalen Formen. Sie ist an einer weißen Wand über einem hellen Steinboden angebracht. Rechts sind eine niedrige weiße Sitzbank und ein Fenster zu sehen.
Installationsansicht, ‘Christine Sun Kim: FOR EVER’, Mudam Luxembourg. Foto: Mareike Tocha
Ein minimalistischer Galerieraum mit einer großen, abstrakten blauen Wandskulptur aus unregelmäßigen horizontalen Formen. Sie ist an einer weißen Wand über einem hellen Steinboden angebracht. Rechts sind eine niedrige weiße Sitzbank und ein Fenster zu sehen.
Installationsansicht, ‘Christine Sun Kim: FOR EVER’, Mudam Luxembourg. Foto: Mareike Tocha
Ein minimalistischer Galerieraum mit einer großen, abstrakten blauen Wandskulptur aus unregelmäßigen horizontalen Formen. Sie ist an einer weißen Wand über einem hellen Steinboden angebracht. Rechts sind eine niedrige weiße Sitzbank und ein Fenster zu sehen.
Installationsansicht, ‘Christine Sun Kim: FOR EVER’, Mudam Luxembourg. Foto: Mareike Tocha
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Biografie


Christine Sun Kim (1980 in Orange County, Kalifornien) präsentierte Einzelausstellungen und Performances in Institutionen wie dem Whitney Museum of American Art, New York, dem Mori Art Museum, Tokio (2025), dem Art Institute of Chicago, der Secession, Wien (2023), dem Queens Museum, New York (2022), dem Mildred Lane Kemper Art Museum, St. Louis (2021), dem MIT List Visual Arts Center, Boston (2020), De Appel, Amsterdam (2017) und der Tate Modern, London (2016). Sie war zudem an zahlreichen Gruppenausstellungen und Biennalen beteiligt, etwa im SFMoMA, San Francisco (2024), im Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main, bei der 14. Gwangju Biennale (2023), im The Drawing Center, New York (2022), im Stedelijk Museum, Amsterdam (2021), im MASS MoCA, Massachusetts, im Hamburger Bahnhof, Berlin (2020), bei der Whitney Biennial, New York (2019), der 9. Berlin Biennale, der 11. Shanghai Biennale, im New Museum, New York (2016) sowie im MoMA PS1, New York (2015). Ihre Werke sind in zahlreichen bedeutenden Sammlungen vertreten, darunter das Museum of Modern Art, New York, das LACMA, Los Angeles, die Tate, London, das Smithsonian American Art Museum, Washington, das Espoo Museum of Modern Art, das Busan Museum of Contemporary Art sowie das Whitney Museum of American Art, New York. Christine Sun Kim lebt und arbeitet in Berlin.