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Mudam Akademie 2026/2027

Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts

Eine zehnteilige Seminarreihe 

Die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts hat unser Verständnis davon, was ein Kunstwerk sein kann, grundlegend verändert. Malerei, Bildhauerei und Zeichnung wurden um Fotografie, Film, Performance, Installation und digitale Medien erweitert. Künstler*innen reagierten auf gesellschaftlichen Wandel, politische Umbrüche, technologische Neuerungen und globale Verflechtungen, indem sie neue Bildsprachen und Ausdrucksformen entwickelten.

Die Seminarreihe lädt die Teilnehmenden dazu ein, die großen Entwicklungen der modernen und zeitgenössischen Kunst anhand ausgewählter Werke zu erschließen. Im Mittelpunkt stehen das genaue Beobachten, die Analyse der Kunstwerke sowie die historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexte ihrer Entstehung. Die Teilnehmenden eignen sich grundlegende Methoden der Bildanalyse an und lernen zugleich, die vielfältigen künstlerischen Strömungen und Praktiken des 20. und 21. Jahrhunderts zu erkennen, einzuordnen und kritisch zu diskutieren.

Das Seminar richtet sich an alle, die sich für Kunst interessieren; Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Jede Sitzung verbindet eine kunsthistorische Einführung mit genauem Hinsehen, Gespräch und gemeinsamer Analyse. 

Ein leerer Konferenzraum oder Hörsaal mit zahlreichen Reihen beige gepolsterter Sitze. Die Sitze sind stufenförmig angeordnet und erstrecken sich über den gesamten Raum. Im hinteren Bereich vervollständigen hell holzverkleidete Wände und Akustikpaneele mit einem Gittermuster das Interieur in warmen Farbtönen.
Mudam Auditorium, I. M. Pei Architect Design. Foto: Christian Aschman

Programm

Methoden der Bildanalyse | 07.10.2026

Mit Bettina Steinbrügge (EN)

Wie beschreibt man ein Kunstwerk? Die Auftaktsitzung stellt Methoden des genaueren Betrachtens vor und richtet den Blick auf Komposition, Farbe, Form, Raum, Material und Licht sowie auf ikonografische und ikonologische Deutungsverfahren. Ziel ist es, sowohl die visuelle Wahrnehmung zu schärfen als auch ein gemeinsames Vokabular zu entwickeln, um über Kunst zu sprechen. 

Die Anfänge der Moderne | 11.11.2026

Mit Markus Pilgram (DE)

Die künstlerischen Revolutionen des frühen 20. Jahrhunderts veränderten das Verständnis von Bild und Wirklichkeit grundlegend. Expressionismus, Fauvismus, Kubismus, Futurismus und der Aufstieg der Abstraktion brachten radikal neue künstlerische Sprachen hervor. 

Dada und Surrealismus | 09.12.2026

Mit Bettina Steinbrügge (EN)

Zwischen Protest und Traum stellten Künstler*innen mit Readymade, Collage, Zufall und der Erkundung des Unbewussten herkömmliche Vorstellungen von Kunst infrage und eröffneten dem künstlerischen Denken und Arbeiten neue Möglichkeiten. 

Kunst nach 1945 | 20.01.2027

Mit Marie-Noëlle Farcy (FR) 

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden neue Formen der Abstraktion und der gestischen Malerei. Informel, Abstrakter Expressionismus und Farbfeldmalerei zeugen von einer Zeit des Aufbruchs und von der Verschiebung des Zentrums der internationalen Kunstwelt. 

Pop Art und die Kultur der Bilder | 17.02.2027

Mit Bettina Steinbrügge (EN) 

Werbung, Konsumkultur und Massenmedien rückten ins Zentrum der künstlerischen Praxis. Die Pop Art stellte die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur infrage und prägt bis heute unser Verständnis visueller Kultur. 

Minimal Art und Konzeptkunst | 17.03.2027

Mit Hollie Baptiste-Douglas (EN)

Kann eine Idee selbst ein Kunstwerk sein? Reduktion, Wiederholung, Sprache und Prozess wurden zu bestimmenden Elementen künstlerischer Praktiken, die überlieferte Vorstellungen von Originalität, Autorschaft und Kunstobjekt neu fassten. 

Körper, Performance und Identität | 14.04.2027

Mit Léon Kruijswijk (EN)

Seit den 1960er-Jahren ist der menschliche Körper ein eigenständiges künstlerisches Medium. Performancekunst, feministische Praktiken und die Auseinandersetzung mit Identität, Geschlecht und Selbstdarstellung haben das Feld der zeitgenössischen Kunst grundlegend erweitert. 

Fotografie, Video und neue Medien | 19.05.2027

Mit Christophe Gallois (FR) 

Fotografie, Film, Video und digitale Technologien haben die künstlerische Produktion und die visuelle Kultur verändert. In dieser Sitzung wird untersucht, wie neue Medien unsere Wahrnehmung von Bildern und unser Verhältnis zur zeitgenössischen Kunst neu formen. 

Kunst im globalen Kontext | 16.06.2027

Mit Anaël Daoud (EN) 

Zeitgenössische Künstler:innen befassen sich mit Themen wie Migration, Erinnerung, Postkolonialismus, Ökologie und gesellschaftlichem Wandel. Künstlerische Perspektiven aus unterschiedlichen Weltregionen eröffnen neue Zugänge zu globalen Herausforderungen und kulturellem Austausch. 

Zeitgenössische Kunst lesen | 14.07.2027

Mit Bettina Steinbrügge (EN)

Die Abschlusssitzung wendet die im Seminar entwickelten Methoden auf die Analyse zeitgenössischer Kunstwerke an. Gemeinsam werden zentrale Fragen der Gegenwartskunst diskutiert: 

  • Welche Rolle spielt Kunst in der heutigen Gesellschaft? 
  • Wie reagiert sie auf die Herausforderungen unserer Zeit? 
  • Welche neuen Formen und Praktiken entstehen weiterhin? 

Tickets & praktische Hinweise

Wo: Mudam Auditorium
Dauer: 01:30 
Mit: Generaldirektorin Bettina Steinbrügge und das kuratorische Team des Mudam
Sprache: EN/FR/DE 
Zugang:
Reihe von 10 Vorträgen: 100 € (regulär) | 50 € (Carte Mudam à 2) | 25 € (Kulturpass)
Gasthörer:innen, pro Termin: 10 € | 5 € (Carte Mudam à 2)
Kostenfrei für Studierende und alle unter 21 Jahren
Max. Teilnehmer:innen: 128

Ziele

Die Seminarreihe vermittelt eine fundierte Einführung in die Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Teilnehmenden lernen, Kunstwerke zu beschreiben, zu analysieren und einzuordnen, zentrale künstlerische Strömungen und ihre wichtigsten Vertreter*innen zu benennen und sich kritisch mit modernen und zeitgenössischen künstlerischen Praktiken auseinanderzusetzen. Das Seminar möchte die Teilnehmenden zudem darin bestärken, Kunstwerke eigenständig zu deuten und der Gegenwartskunst mit mehr Sicherheit und Neugier zu begegnen. 

Zertifikate

Die Vortragsreihe Mudam Akademie wird in Zusammenarbeit mit dem Ministère de l’Éducation nationale, Service de la Formation des Adultes, veranstaltet. 

Wer an mindestens 70 % der Sitzungen teilnimmt, erhält ein Zertifikat. 

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Biografie

Bettina Steinbrügge spricht am Rednerpult im Auditorium des Mudam während des Symposiums „What Looks Good Today May Not Look Good Tomorrow: The Legacy of Michel Majerus“ am 9. November 2022.
Bettina Steinbrügge at the symposium "what looks good today may not look good tomorrow: The Legacy of Michel Majerus", 09.11.2022 Mudam Luxembourg

Bettina Steinbrügge ist Generaldirektorin des Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean. Von 2014 bis 2022 leitete sie den Kunstverein in Hamburg. Zuvor war sie Direktorin der Halle für Kunst Lüneburg, Kuratorin an der Kunsthalle Mulhouse sowie Chefkuratorin und Sammlungsdirektorin am Belvedere in Wien. Sie lehrte an der Leuphana Universität Lüneburg und an der HEAD in Genf. Von 2014 bis 2022 war sie Professorin für Kunsttheorie an der Hochschule für bildende Künste (HFBK) Hamburg. Von 2007 bis 2017 gehörte sie dem Programmteam des Forum Expanded der Internationalen Filmfestspiele Berlin an. Steinbrügge hat an zahlreichen Publikationen mitgewirkt und herausgegeben, zuletzt A Model (Roma & Mudam, 2025), den ersten Band einer von ihr herausgegebenen Reihe, what looks good today may not look good tomorrow: The Legacy of Michel Majerus (Mudam & Sternberg Press, 2023), Korakrit Arunanondchai: Songs for Living Songs for Dying (Mousse Publishing, 2023) und Proof of Stake: Technological Claims (Lenz Press, 2022). Bettina Steinbrügge ist Mitglied des Vorstands der Villa Romana e.V. in Florenz, des Beirats des Museum of Progress in Wien und der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz in Saarbrücken sowie des Ankaufsgremiums der Fundación Bancaria „la Caixa“ in Barcelona.