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Outreach-Programm

Wir bemühen uns zunächst, die Barrieren für die Teilhabe zu verstehen – seien sie physischer, intellektueller, kultureller oder wirtschaftlicher Natur – sowie die Wege, sie zu hinterfragen und abzubauen, um ein offeneres Museum zu schaffen. Diese Initiativen werden häufig in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen lokalen Gemeinschaften und Vereinen entwickelt. Ziel ist es, Integration, soziale Vielfalt, Inklusion und ein Gefühl der Zugehörigkeit durch Kultur zu fördern.

Dieses Programm beruht auf zwei zentralen Säulen: Zugänglichkeit und soziale Inklusion.

Zugänglichkeit

Zugänglichkeit steht im Zentrum unseres Handelns. Wir verpflichten uns, einen hochwertigen Empfang zu gewährleisten, der den Bedürfnissen aller gerecht wird. In diesem Sinne entwickeln wir innovative Projekte und individuelle Vermittlungsformate, darunter insbesondere Führungen, kreative Workshops sowie maßgeschneiderte Schulungen.

Accessibility Workshop. Photo: Marion Dessard © Mudam Luxembourg

Regelmäßiges Programm zur Zugänglichkeit

Führung in Leichter Sprache

Mudam bietet jeden Monat eine Führung in leichter Sprache an.

Wir sehen uns die aktuellen Ausstellungen zusammen an.

Wir benutzen kurze Sätze und einfache Wörter.

So sind die Informationen leichter zu verstehen.

Alle sind herzlich willkommen.

Heft in Leichter Sprache

Es gibt Informationen über das Mudam in Leichter Sprache.

Die Informationen stehen in einem Heft.

Das Heft bekommen Sie im Museum.

Sie können das Heft auch hier herunterladen.


Es gibt auch Hefte für manche Ausstellungen.

Die Hefte bekommen Sie im Museum.

Sie können die Hefte auch hier herunterladen


Das Heft wurde zusammen mit Klaro erstellt.

Klaro – Zentrum für Leichte Sprache und barrierefreie Kommunikation

Klaro richtet sich an alle Personen oder Organisationen, die:

  • sich über Leichte Sprache und barrierefreie Kommunikation informieren möchten
  • den Ansatz und die Regeln der Leichten Sprache erlernen möchten
  • barrierefreie und leicht verständliche Kommunikationsmittel entwickeln möchten
  • „Expert:innen durch Erfahrung“ einbeziehen möchten

Journée Découverte : Mudam s’ouvre à l’autisme

Zweimal jährlich organisiert das Mudam einen Entdeckungstag für Familien mit einem Kind im Autismus-Spektrum (ASS). Eine private, dreißigminütige Führung ermöglicht es, das Museum und seine Ausstellungen gemeinsam mit einer Kulturvermittler:in zu entdecken. Die Teilnehmenden können ihren Zeitslot frei wählen und sich für diese angepassten Angebote anmelden.

Dieser Tag fördert die aktive Teilhabe der betroffenen Familien an den angebotenen Aktivitäten. Zudem trägt er dazu bei, die Bedürfnisse und Besonderheiten jedes einzelnen Kindes besser zu verstehen, um einen inklusiveren Ansatz zu entwickeln und eine einladendere sowie besser angepasste Erfahrung zu ermöglichen.

Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der jede:r die Kunst individuell erkunden und darauf reagieren kann.

Dauer: 30 Minuten pro Familie, maximal 8 Familien pro Tag.

Dadofonic Drop-ins !

Seit 2021 arbeitet das Kollektiv Dadofonic eng mit dem Bereich Publikumsarbeit zusammen. In den Jahren 2023 und 2024 entwickelten die Künstler:innen des Kollektivs einen „Drop-in!“-Workshop (durchgehend offenes Atelier), der sich an den Themen einer aktuellen Ausstellung orientiert. Anlässlich der Luxembourg Museum Days sind Besucher:innen eingeladen, an diesem Workshop teilzunehmen und direkt mit den Künstler:innen des Kollektivs in Austausch zu treten.

Diese Zusammenarbeit ist besonders wichtig, da sie die Arbeit von Künstler:innen mit kognitiver Beeinträchtigung sichtbar macht und würdigt. Durch öffentlich zugängliche Workshops trägt sie dazu bei, Barrieren zwischen Künstler:innen und Besucher:innen abzubauen und Momente des Austauschs und der Begegnung zu fördern.

Das Kollektiv Dadofonic ist zudem Teil des Mosaik-Netzwerks.


Das Kollektiv Dadofonic

Das Atelierkollektiv Dadofonic der Ligue HMC ist ein professionelles künstlerisches Ensemble, das Theater-, Bild- und Bewegungskunst miteinander verbindet. Es vereint Künstler:innen in einer dynamischen Gruppe. Die Talente jedes einzelnen Menschen werden wertgeschätzt, während die persönliche Entwicklung gezielt gefördert wird. Innerhalb des Kollektivs werden Unterschiede als Stärke und nicht als Hindernis verstanden.

Der Schwerpunkt der Arbeit des Kollektivs liegt in der Entwicklung von Bühnen- und Straßenperformances. Darüber hinaus organisiert es Workshops, in denen die Teilnehmenden ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und ihren Teamgeist stärken können.

Collaboration avec la Lëtzebuerger Blannevereenegung

Die Zusammenarbeit zwischen dem BBF-Dienst – Berodung, Betreiung a Fräizäit (Beratung, Begleitung und Freizeit) der Fondation Lëtzebuerger Blannevereenegung (Vereinigung der Blinden und Sehbehinderten in Luxemburg) und dem Bereich Publikumsarbeit des Mudam begann 2020 im Rahmen des Projekts „Under Construction: Mir bauen ëm!“, bei dem eine Gruppe ein Werk von Charlotte Posenenske aktivierte.

Blinde und sehbehinderte Teilnehmende konnten dabei, begleitet von Ausstellungsleiter:innen und Techniker:innen des Mudam, in die großen röhrenförmigen Kartonstrukturen der Künstlerin eingreifen und diese neu konfigurieren, wodurch im Raum neue Formen entstanden. Durch diesen kollektiven Prozess erhielt das Werk seine ursprünglich zentrale, partizipative und interaktive Dimension zurück.

Regelmäßig finden zudem angepasste Besuchs- und Workshopformate statt. Sie ermöglichen es sehbehinderten und blinden Personen, Kunst auf andere Weise zu erfahren – durch den Einsatz weiterer Sinne wie Tastsinn und Gehör. Detaillierte Beschreibungen, taktile Elemente und kreative Workshops machen Kunst so auch ohne Sehvermögen zugänglich und lebendig. Diese Formate tragen außerdem dazu bei, Barrieren abzubauen und zu verdeutlichen, dass künstlerische Erfahrung unabhängig von der Art ihrer Wahrnehmung vielfältig und bereichernd sein kann.


Der BBF-Dienst

Der BBF-Dienst, 1995 von der Stiftung gegründet, ist in erster Linie eine Beratungsstelle zu Sehbehinderung und Blindheit. Darüber hinaus verfügt er über einen mobilen Dienst, der sehbehinderten oder blinden Menschen – ob alleinlebend oder in der Familie – die notwendige Unterstützung bietet, um größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag, bei der Mobilität und der sozialen Teilhabe zu fördern.

Ein dritter Schwerpunkt liegt in der Organisation von Freizeitaktivitäten für Menschen mit Sehbehinderung. Ergänzt wird das Angebot durch eine Hörbibliothek.

Zusammenarbeit mit der HörgeschädigtenBeratung SmH

Gemeinsam organisieren wir angepasste Besuchs- und Workshopformate, die sich an den Bedürfnissen der Teilnehmenden orientieren. Angebote für gehörlose und schwerhörige Menschen sind wesentlich, um einen gleichberechtigten Zugang zu Kultur und Information zu gewährleisten. Sie ermöglichen es allen, das Museum als bereichernden Erfahrungsraum zu erleben, insbesondere durch Führungen in Gebärdensprache. Diese Formate fördern Inklusion, Selbstständigkeit und die Anerkennung der Gebärdensprache.


HörgeschädigtenBeratung SmH

Die HörgeschädigtenBeratung SmH ist ein sozialer Dienst für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen. Verantwortlich für diesen Dienst ist der Verein Solidarität mit Hörgeschädigten. Alle Personen mit einer Hörbehinderung, die in Luxemburg leben und/oder arbeiten, können die Angebote dieses sozialen Dienstes in Anspruch nehmen.

Zusammenarbeit mit der Ligue pour la Santé Mentale

Die Zusammenarbeit mit der Ligue Luxembourgeoise d’Hygiène Mentale a.s.b.l. (bald Ligue pour la Santé Mentale) begann 2023 im Rahmen des Projekts „Breaking the Walls“. Dieses Projekt hatte zum Ziel, Themen der Identität durch Fotografie zu erforschen. Es versammelte eine Auswahl von Fotograf:innen aus unterschiedlichen Kontexten, die eingeladen waren, an einer Gruppenausstellung teilzunehmen, welche ihre eigene Sichtweise und Interpretation der Arbeit von Dayanita Singh widerspiegelt. Die Präsentation ihrer Werke im Mudam Studio bildete zugleich den Abschluss der Ausstellung von Dayanita Singh.

Im Rahmen der Woche der psychischen Gesundheit wurde das Publikum eingeladen, an einer Aktivität teilzunehmen, die das psychische Wohlbefinden fördert – ob in der Gruppe, mit Freund:innen oder in der Familie. Es waren keine künstlerischen Vorkenntnisse erforderlich, lediglich Neugier und die Bereitschaft, sich wieder mit sich selbst zu verbinden. Einfache Zeichenübungen wurden vorgeschlagen, um Stress zu reduzieren und die Konzentration zu fördern.

Der Service Rencontre der Ligue Luxembourgeoise d’Hygiène Mentale nimmt weiterhin an Führungen und Workshops im Mudam teil. Er war zudem an den im Rahmen der Wochen der psychischen Gesundheit organisierten Besuchen beteiligt und folgte den Einladungen zur Cozy Season in den Jahren 2024 und 2026.

Das Mosaik-Netzwerk

MOSAIK Kultur Inklusiv ist ein 2021 gegründetes Netzwerk zur Förderung größerer Inklusion im Kulturbereich. Vierzehn Institutionen aus dem sozialen und kulturellen Sektor setzen sich gemeinsam mit professionellen Künstler:innen dafür ein, Kultur für alle Künstler:innen und Besucher:innen inklusiver zu gestalten. Das Netzwerk MOSAIK Kultur Inklusiv hat sich zum Ziel gesetzt, allen Besucher:innen und Künstler:innen eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am kulturellen Angebot zu ermöglichen. Empowerment und die Stärkung der Autonomie von Menschen mit besonderen Bedürfnissen im Kulturbereich stehen dabei im Mittelpunkt.

Der Bereich Publikumsarbeit wurde bereits 2021 in den frühen Reflexionsrunden (Think Tanks) eingeladen, dem Mosaik-Netzwerk beizutreten. Der Beitritt stellte für uns eine bedeutende Gelegenheit dar, starke Verbindungen zwischen verschiedenen Kulturinstitutionen und Akteur:innen im Bereich Inklusion aufzubauen. Mosaik bietet hierfür einen Rahmen, in dem alle ihre Ideen, Kompetenzen und Erfahrungen einbringen können, um gemeinsam inklusivere und barrierefreiere Programme zu entwickeln.

Die Mitglieder (Stand Dezember 2024):

  • Association Luxembourgeoise des Professionnels du Spectacle Vivant ASPRO
  • Casino Luxembourg - Forum d’art contemporain
  • Centre de Création Chorégraphique Luxembourgeois TROIS C-L
  • Collectif DADOFONIC - Atelier d’inclusion professionnelle de la Ligue HMC
  • COOPERATIONS – Acteurs socioculturels Wiltz
  • Fondation Kräizbierg
  • Info-Handicap
  • Institut St. Joseph, Elisabeth Handicap
  • Kinneksbond, Centre Culturel Mamer
  • MierscherTheater
  • Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean
  • Solidarität mit Hörgeschädigten Asbl
  • Théâtres de la Ville de Luxembourg
  • Villa Vauban - Musée d’Art de la Ville de Luxembourg
Guide en langage facile. Photo : Henri Georgen © Mudam Luxembourg

Soziale Inklusion

Soziale Inklusion bildet eine zentrale Säule unseres Programms. Durch die Erleichterung des Zugangs zur zeitgenössischen Kunst möchten wir Brücken zwischen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen schlagen und Begegnungen durch kulturvermittelnde Maßnahmen fördern. So ermöglichen wir auch jenen, die sonst nicht die Gelegenheit dazu hätten, sich mit Kunst zu verbinden und an bereichernden sozialen und kulturellen Austauschprozessen teilzunehmen.

Journée Autisme 2026. Photo : Marion Dessard © Mudam Luxembourg

Partnerschaften für soziale Inklusion

Verzeichnis der Verbände und Organisationen, mit denen wir in regelmäßigem Austausch stehen:

Fortlaufendes Programm sozialer Inklusion

Am fréien Owend – Early Evenings at Mudam

Kommt zu unserem monatlichen Museumsbesuch! Gemeinsam erkunden wir aktuelle Ausstellungen, tauschen Gedanken aus und lernen uns durch Aktivitäten in Zweiergruppen und Kleingruppen besser kennen. Die Abteilung für Publikum und Ons Heemecht nutzen die Kunst als Brücke, um Menschen miteinander in Verbindung zu bringen. Indem wir Geflüchtete und Einwohner·innen Luxemburgs rund um die Ausstellungen zusammenbringen, schaffen wir Momente des Austauschs und der Begegnung. Ziel ist es, Barrieren zu überwinden, die uns trennen können, und einen Raum zu eröffnen, in dem jede*r sich begegnen, austauschen und Neues entdecken kann.


Mir wëllen iech ons Heemecht weisen a.s.b.l.

„Mir wëllen iech Ons Heemecht weisen a.s.b.l.“ (Wir wollen euch unsere Heimat zeigen) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Luxemburg, der den interkulturellen Dialog zwischen luxemburgischen Einwohner·innen und Neuankommenden fördert.

Le Café des Langues (Sprachcafé)

Im Februar 2022 im Rahmen der Ausstellung Freigeister ins Leben gerufen, ist das Café des Langues heute ein fester Bestandteil des Programms des Mudam. In Zusammenarbeit mit Begünstigten von RYSE (Refugee Youth Support & Empowerment) organisieren wir diese Treffen, um den Austausch über zeitgenössische Kunst und Kultur zu fördern und zugleich die im Alltag in Luxemburg vorwiegend gesprochenen Sprachen zu praktizieren.

Diese Aktivität schafft konkrete Brücken zwischen Gemeinschaften und fördert einen offenen, respektvollen Dialog – ein zentrales Element in einer vielfältigen Gesellschaft wie der Luxemburger. Das Programm stärkt die kulturelle und sprachliche Vielfalt und trägt zur Integration von Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten bei, insbesondere von Geflüchteten.


RYSE a.s.b.l.

Die Mission der Organisation RYSE Luxembourg besteht darin, die Entwicklung junger Geflüchteter zu fördern, sie dabei zu begleiten, ihr Potenzial zu entdecken, und zugleich ihre Eigenständigkeit sowie ihre Integration in das Arbeitsleben zu unterstützen.

New Voices of Mudam

Im Jahr 2021 hat Mudam Publics in Zusammenarbeit mit der Organisation RYSE a.s.b.l. das Projekt New Voices of Mudam ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, junge Neuankommende auszubilden, damit sie als Vermittler·innen im Museum tätig werden können.

In vier über einen Monat verteilten Sitzungen erwerben die Teilnehmenden die notwendigen Kompetenzen zur Durchführung von Führungen: Sie machen sich mit den Inhalten vertraut, entwickeln Techniken der nonverbalen Kommunikation und üben die Betreuung von Gruppen. Nach Abschluss der Ausbildung wird jede teilnehmende Person eingeladen, zwei Führungen zu gestalten – eine in ihrer Muttersprache und eine in einer der in Luxemburg am häufigsten gesprochenen Sprachen (Luxemburgisch, Deutsch, Französisch oder Englisch).

Das Projekt findet einmal jährlich statt und richtet sich auch an Teilnehmende, die eine Tafel im Rahmen des Café des Langues moderieren möchten. Gelegentlich wird eine Künstlerin oder ein Künstler der jeweiligen Ausstellung eingeladen, eine Sitzung zu leiten, wie etwa Rayyane Tabet im Jahr 2023.

Die jungen Vermittler·innen werden fair entlohnt, ebenso wie die übrigen freiberuflichen Vermittler·innen des Museums. Wenn ihnen die Vermittlungstätigkeit zusagt, können sie ein freies Vertragsverhältnis erhalten und so Teil des Vermittlungsteams des Mudam werden.

Das Projekt New Voices of Mudam ist von besonderer Bedeutung, da es einen Raum für Inklusion und Anerkennung junger Neuankommender schafft, ihnen Verantwortung überträgt und ihnen ermöglicht, Kompetenzen in der Vermittlung sowie übertragbare Fähigkeiten wie Kommunikation, Gruppenleitung, Selbstvertrauen und Führungskompetenz zu entwickeln. Durch die Vergütung ihrer Arbeit trägt es zudem zu ihrer beruflichen Anerkennung bei.

Darüber hinaus fördert es die sprachliche und kulturelle Vielfalt, indem Führungen in mehreren Sprachen angeboten werden und so interkulturelle Verbindungen innerhalb der Gemeinschaft gestärkt werden. Über seine Wirkung auf die Teilnehmenden hinaus trägt das Projekt zur Professionalisierung der Kulturvermittlung in Luxemburg bei und macht das Mudam zu einem Ort, an dem alle Stimmen gehört werden können.


RYSE a.s.b.l.

Die Mission der Organisation RYSE Luxembourg besteht darin, die Entwicklung junger Geflüchteter zu fördern, sie dabei zu begleiten, ihr Potenzial zu entdecken, und zugleich ihre Eigenständigkeit sowie ihre Integration in das Arbeitsleben zu unterstützen.

Kunst und Sprachen: ein Tag des Austauschs

Im Jahr 2023 nahm das INLL Kontakt mit der Abteilung für Publikum auf, um eine Zusammenarbeit anzustoßen. In Partnerschaft mit RYSE haben wir beschlossen, eine Sprachtag-Veranstaltung unter dem Titel Kunst und Sprachen: ein Tag des Austauschs zu initiieren – ein reichhaltiges Programm mit Aktivitäten zur Förderung der im Alltag in Luxemburg häufig gesprochenen Sprachen (LU, DE, FR, EN). Dieser Tag bringt vor allem Schüler·innen des INLL, Begünstigte von RYSE sowie das Publikum des Mudam zusammen, das zur Teilnahme an der Veranstaltung eingeladen ist.

Der Sprachtag ermöglicht es, die in Luxemburg gebräuchlichen Sprachen in einem entspannteren, informellen Rahmen zu praktizieren, jenseits traditioneller schulischer Lehrformen. Die Teilnehmenden erhalten so die Gelegenheit, ihre Sprachkompetenzen zu verbessern und sich gleichzeitig frei sowie spielerisch auszutauschen.

Die Veranstaltung fördert zudem Inklusion und sozialen Zusammenhalt, indem sie Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zusammenbringt. Sie trägt dazu bei, die Verbindungen zwischen den Gemeinschaften des Landes zu stärken und die sprachliche sowie kulturelle Vielfalt Luxemburgs zu feiern.

Fortlaufendes Programm sozialer Inklusion

2x2 Dialogues

Die Abteilung für Publikum und Ons Heemecht verfolgen das Ziel, Kunst als Brücke zu nutzen, um Menschen miteinander in Verbindung zu bringen. Indem Geflüchtete und Einwohner·innen Luxemburgs im Rahmen der Ausstellungen zusammengebracht werden, sollen Momente des Austauschs und der Begegnung entstehen. Ziel ist es, Barrieren zu überwinden, die uns voneinander trennen können, und einen Raum zu schaffen, in dem jede*r sich begegnen, austauschen und Neues entdecken kann.

Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2020 das Projekt 2x2 Dialogues ins Leben gerufen. Ausgehend von den in den ausgestellten Werken behandelten Themen arbeiten luxemburgische Einwohner·innen und Geflüchtete in Zweiergruppen zusammen und tauschen ihre Perspektiven auf den kreativen Prozess sowie auf kulturelle und ästhetische Werte der künstlerischen Arbeit aus. Die Ergebnisse werden in unterschiedlichen Formaten präsentiert, etwa als Video, Druck, Zeichnung oder Stickerei.


Mir wëllen iech ons Heemecht weisen a.s.b.l.

„Mir wëllen iech Ons Heemecht weisen a.s.b.l.“ (Wir wollen euch unsere Heimat zeigen) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Luxemburg, der den interkulturellen Dialog zwischen Einwohner·innen Luxemburgs und Neuankommenden fördert.

Zusammenarbeit mit Creamisu – HUT

Seit 2021 arbeitet das Mudam mit Creamisu, einem soziokulturellen Raum für Begegnung und künstlerischen Ausdruck von obdachlosen Menschen, im Rahmen verschiedener künstlerischer Projekte zusammen. In Partnerschaft mit dem Künstler Giamba entstand 2021 das Design eines Isolierbechers, gefolgt von der Gestaltung von Motiven für Notizbücher im Jahr 2022.

Die aus diesen Kooperationen hervorgegangenen Produkte wurden im Mudam Store verkauft; ein Teil der Einnahmen wurde an Caritas (heute HUT) weitergeleitet und unterstützte damit lokale solidarische Initiativen. Im Jahr 2023 entwarfen die Teilnehmenden im gleichen Geist Motive für T-Shirts, die auf dem Marché des créateurs gedruckt und verkauft wurden, wodurch die partizipative und gemeinschaftliche Dimension des Projekts weiter gestärkt wurde.

Diese Projekte bieten den Teilnehmenden eine wertvolle Möglichkeit, sich durch Kunst auszudrücken, ihre Kreativität sichtbar zu machen und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Sie fördern zudem soziale Inklusion, indem sie Brücken zwischen unterschiedlichen Lebenswelten schlagen und bislang wenig wahrgenommenen Talenten Sichtbarkeit verleihen.

Darüber hinaus wird Creamisu regelmäßig zu Führungen im Mudam eingeladen, teilweise ergänzt durch Workshops, je nach den Wünschen der Teilnehmenden. Diese regelmäßigen Besuche ermöglichen es den Teilnehmenden, sich im musealen Raum willkommen und legitimiert zu fühlen. Das Mudam wird so zu einem Ort der Offenheit und des Austauschs, der für alle zugänglich ist und Inklusion sowie Zugehörigkeitsgefühl fördert.


Creamisu

Dieser Raum richtet sich an obdachlose Menschen oder Personen in sehr prekären Lebenssituationen. Ziel ist es, ihnen durch künstlerischen Ausdruck in all seinen Formen (Malerei, Musik, Komposition, Gesang, Nähen usw.) zu ermöglichen, die Monotonie des Alltags zu durchbrechen, sich zu beschäftigen und sich auszudrücken, um Selbstwertgefühl und Würde wiederzufinden.

Zusammenarbeit mit Singa Luxembourg

Seit 2020 arbeiten Singa Luxembourg und das Mudam in verschiedenen Projekten zusammen. Singa fördert die Vernetzung zwischen Neuankommenden und der lokalen Bevölkerung durch Programme und Veranstaltungen, die darauf abzielen, die Anpassung und Inklusion im neuen Lebensumfeld zu unterstützen. Beide Organisationen verbindet insbesondere das Interesse daran, gemeinsame Momente des Austauschs und der Begegnung zu schaffen.

Neben klassischen Führungen stehen die Workshops mit Singa häufig in Verbindung mit dem Ausstellungsprogramm des Mudam. Im Jahr 2023 fand im Rahmen des Summer Project Pleasure Gardens eine Workshop-Session statt. Zum Jahresende trafen die Teilnehmenden im Rahmen eines besonderen Workshops zur Ausstellung Collective Laboratory auf Künstler·innen des Kollektivs Gobyfish. Zudem organisierten wir eine Besuch-Workshop-Kombination mit der Künstlerin Alexandra Upman, die anschließend selbst einen Workshop für die Teilnehmenden im Mudam leitete. 2024 wurden sie eingeladen, an der ersten Ausgabe der Outreach Seasons teilzunehmen – mit einem Riso-Workshop gemeinsam mit der Künstlerin Jessica Frascht.

Das Programm mit Singa ist auf Kreativität, Dialog und Inklusion ausgerichtet. Es ermöglicht den Teilnehmenden, ihre Kreativität zu entfalten, Ideen auszutauschen und ihr Zugehörigkeitsgefühl zur lokalen Gemeinschaft zu stärken, während gleichzeitig Brücken zwischen verschiedenen Kulturen entstehen. Diese Initiativen leisten einen direkten Beitrag zur sozialen Inklusion, indem sie Neuankommenden Möglichkeiten für Ausdruck und Austausch in einem anregenden künstlerischen Rahmen bieten.


Singa Luxembourg

SINGA bedeutet „verbinden“ in Lingala, einer Sprache, die in der Demokratischen Republik Kongo gesprochen wird. Getreu seinem Namen vernetzt SINGA Neuankommende und die lokale Bevölkerung durch verschiedene Programme und Veranstaltungen, die darauf abzielen, Integrations- und Anpassungsprozesse in einem neuen Kontext zu erleichtern. Die Organisation ist in sieben Ländern und 17 Städten aktiv und setzt sich dafür ein, die Integration von Menschen, die internationalen Schutz suchen oder erhalten, in ihre Aufnahmeländer zu erleichtern und zu beschleunigen. Bei SINGA gelten Inklusion und Zusammenarbeit als Motoren für Innovation und sozialen Zusammenhalt.

Outreach Seasons

Die Outreach Seasons, 2024 ins Leben gerufen, sind ein kollaboratives Programm, das gesellschaftliches Engagement und kulturellen Austausch fördern soll. Sie bieten Gelegenheiten zur Begegnung und künstlerischen Erkundung und unterstützen zugleich Kreativität und persönlichen Ausdruck.

Das Programm ist jeweils um eine für jede Saison ausgewählte Ausstellung strukturiert. Jede Begegnung beginnt mit einer geführten Besichtigung der Ausstellung, gefolgt von einem geselligen Moment bei Erfrischungen und anschließend einem praktischen Workshop, der von einer eingeladenen Künstlerin oder einem eingeladenen Künstler geleitet wird.

Ziel jeder Ausgabe ist die Entstehung eines kollektiven Werks, das aus den verschiedenen Treffen hervorgeht. Die eingeladene künstlerische Position verbindet die Beiträge der einzelnen Gruppen miteinander. Auch wenn sich die Teilnehmenden nicht unbedingt im Museumsraum begegnen, sind ihre Arbeiten im finalen Ergebnis miteinander verflochten.

Dieses Format fördert Inklusion, Kreativität und Innovation und stärkt zugleich die Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Organisationen und den eingeladenen Künstler·innen.

Im Jahr 2024 wurden zwei Saisons organisiert: die Picnic Season (Juli–September) rund um die Ausstellung von Xanti Schawinsky / Monster Chetwynd sowie die Cozy Season (Oktober–Dezember) rund um die Ausstellung von Cosima von Bonin.

Picnic Season 2024 (Xanti Schawinsky / Monster Chetwynd)
Eingeladene Künstlerin: Jessica Frascht
Eingeladene Organisationen: Singa Luxembourg und HörgeschädigtenBeratung SmH

Cozy Season 2024 (Cosima von Bonin)
Eingeladene Künstlerin: Verónica di Leo
Eingeladene Organisationen: Creamisu, Ligue pour la Santé Mentale, Lëtzebuerger Blannevereenegung

Cozy Season 2025 (Leonor Antin)
Eingeladene Künstlerin: Viktoria Ványi
Eingeladene Organisationen: Ligue pour la Santé Mentale, Singa, HörgeschädigtenBeratung SmH, Creamisu

Picnic Season with Jessica Frascht © Jessica Frascht