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Thomas Scheibitz

Thomas Scheibitz (*1968) gehört mit Frank Nitsche und Eberhard Havekost zu den in den 90er Jahren in Dresden ausgebildeten Malern. Scheibitz, bei dessen Arbeiten die malerische Qualität im Vordergrund steht, findet den Ausgangspunkt seiner Werke meist in einer scheinbar willkürlichen Motivwahl aus seiner reichen Sammlung unterschiedlichster Illustrationen. Mit der Arbeit GP 55stellt der Maler dem Betrachter ein Bild vor Augen, das zunächst einmal sich selbst zu genügen scheint. Kein gegenständliches Motiv, keine Erzählung, keine Tiefe; statt dessen sind abstrakte Formen und flache, gedämpfte Farben zu sehen. Das Bild ist rätselhaft und fordert zu eingehenderem Schauen auf. Die Ränder der Rundformen, wie auch die des Bildes, machen den Entstehungsprozess nachvollziehbar, man erkennt die übereinander gelegten Farbschichten, erkennt das malerische Vorgehen mit Pinsel oder Spraydose und sieht selbst Spuren von Vorzeichnungen. Fließspuren am Bildrand deuten darauf hin, dass der Künstler das Bild gedreht und so ein ganz neues bildnerisches (Un-)gleichgewicht geschaffen hat. Die ursprünglich leuchtenden Farben wurden im malerischen Prozess von mehreren Schichten gedämpfter Farben verdeckt. Die Lektüre der bildnerischen Details vermittelt so den Eindruck, als könne man Scheibitz’ Gemälde als Lockerungsübung des Schauens verstehen, als Aufforderung, genau hinzusehen und den geschärften Blick beizubehalten.

Kunstwerke

  1. Thomas Scheibitz GP 55, 2003–2004

    Technique mixte sur toile (spray, gouache, peintures vinylique et acrylique)
    143 x 218 cm
    Collection Mudam Luxembourg
    Dépôt 2003
    © Photo : Rémi Villaggi

Marina Abramović, "Video Portrait Gallery", 1975-1998 | Collection Mudam Luxembourg | Acquisition 2001
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