Zur Navigation Zu den wichtigsten Inhalten

Die Textilkunst entdecken. Eine Workshopreihe

28.03.2026 – Die eigene Kreativität weben mit Sandra Resende
18.04.2026 – Perlen und Wolle: Ein Dialog vom Herzen zur Hand mit Louise Aimard 
30.05.2026 – Taktile Kompositionen mit Julie Costentin
14:30–17:30 

Rahmen: Igshaan Adams. Between Then and Now 
Sprache: LU/FR/DE/EN 
Zugang: Keine Erfahrung und kein Material erforderlich  
10€ 
1,5€ für Studierende und Kulturpass-Inhaber:innen

Anmeldung erforderlich:
mudam.com/rsvp-textile-arts  

Exhibition view ‘Igshaan Adams: Between Then and Now’, Mudam Luxembourg. Photo: Marc Domage © Mudam Luxembourg
Exhibition view ‘Igshaan Adams: Between Then and Now’, Mudam Luxembourg. Photo: Marc Domage
© Mudam Luxembourg

Aufgrund der akademischen und historischen Trennung zwischen bildender Kunst und Kunsthandwerk wurden Techniken mit Nadel, Faden und Stoff lange Zeit geringgeschätzt und an den Rand künstlerischer Praxis gedrängt. Dennoch sind sie ein wesentlicher Bestandteil kultureller Praxis und finden nun verstärkt ihren Weg zurück in die bildenden Künste, da viele zeitgenössische Künstler*innen – darunter Igshaan Adams – sie als sozial wie künstlerisch relevante Ausdrucksform wiederentdecken.

Textile Künste sind zudem in einer Tradition kollektiver Praxis verankert, die die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fertigkeiten und kultureller Bezugssysteme einschließt. Sie sind eng mit Fürsorge- und Reparaturarbeit verbunden und erfordern große Aufmerksamkeit und Präzision – so entstehen Werke, die vielfältige Bedeutungen, Bräuche und Methoden in sich tragen.

Im Rahmen dieser Workshopreihe lädt Mudam die Teilnehmenden dazu ein, gemeinsam mit Künstler*innen, die auf Techniken wie Weben, Stickerei und Tufting spezialisiert sind, unterschiedlichetextile Praktiken zu entdecken. Jede Sitzung bietet Raum für Experimente mit Materialien und Oberflächen, wobei Fäden und Stoffe ebenso zum Einsatz kommen wie gefundene Materialien. Durch die Kombination verschiedener Medien und Techniken erkunden die Teilnehmenden, wie sich Textilien zu Skulpturen entwickeln, räumliche Dimension gewinnen und zu eigenständigen Kunstwerken werden können.


Session 1: 21. Februar 2026 – Die eigene Kreativität verweben 
Das Weben entdecken mit Sandra Resende 
Der Workshop greift Impulse aus dem Werk von Igshaan Adams auf, der Materialien und Texturen auf sensible Weise erforscht, um Geschichten zu erzählen und einzigartige Kunstwerke zu schaffen. Die Teilnehmenden sind eingeladen, durch das Experimentieren mit Webtechniken Fäden und einfache Materialien in Muster und persönliche Kompositionen zu verwandeln und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Session 2: 18. April 2026 – Perlen und Wolle: Ein Dialog von Herz zu Hand 
Stickerei entdecken mit Louise Aimard 
In dem Stickerei-Workshop, der als innerer Erfahrungsraum konzipiert ist, sind die Teilnehmenden eingeladen, Materialien im Verlauf ihres kreativen Prozesses miteinander in Dialog treten zu lassen. Mit Perlen, Wolle, Seilen, Ketten und weiteren Materialien wenden sie Sticktechniken mit der Nadel an, um ihr eigenes persönliches Universum zu gestalten. Obwohl es sich um ein traditionelles Handwerk handelt, bietet der Workshop die Möglichkeit, das zeitgenössische Potenzial manueller Gesten zu erkunden.

Session 3: 30. Mai 2026 – Taktile Kompositionen 
Tufting entdecken mit Julie Costentin 
In diesem kreativen Workshop, der verschiedene Techniken miteinander verbindet, können die Teilnehmenden ihrer Fantasie und Intuition freien Lauf lassen und mithilfe von Tufting und textiler Collageverfahren auf Leinwand einen „Edelstein“ gestalten. Der Workshop bietet die Möglichkeit, die Grundlagen des Tuftings zu erlernen und eine eigene kreative Komposition auf Leinwand zu entwickeln. Moodboards stehen als Inspiration zur Verfügung, doch jede teilnehmende Person ist frei, ihre eigene Vorstellung eines kleinen „Edelstein“-Teppichs umzusetzen. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – nur die Freude am Spiel mit Farben und Texturen sowie an einer intensiven haptischen Erfahrung.


Biografien: 

Sandra Resende ist Portugiesin, in Mosambik geboren, und lebt heute in Luxemburg. Sie studierte Philosophie und Theater an der Universität Coimbra in Portugal. Nach ihrem Studienabschluss 1997 war sie in den darstellenden Künsten tätig, bevor sie sich 2005 in Luxemburg niederließ. Nach einer längeren, der Mutterschaft gewidmeten Pause wandte sie sich der Textilkunst zu. Ihre textilen Arbeiten entstehen durch Weben, Tapisserie, Stickerei sowie die Wiederverwendung gefundener Materialien und setzen sich mit Erinnerung, Geste und dem Vergehen der Zeit auseinander. In einem taktilen und intuitiven Arbeitsprozess hinterfragt ihre künstlerische Praxis Fragen von Ort, Identität und Bewegung – im persönlichen wie im kollektiven Sinn.

Louise Aimard ist Handstickkünstlerin. Nach dem Erwerb eines CAP-Diploms im Jahr 2015 und anschließend eines BMA arbeitete sie in renommierten Werkstätten, in denen sie die hohen Standards französischer Handwerkskunst erlernte. Heute ist sie im 1535° Creative Hub tätig. Anhaltende Neugier, Offenheit für neue Stickprozesse und ihr Beitrag zu deren Weiterentwicklung prägen ihr Engagement für die Bewahrung der Kunststickerei. Die Verbindung von Moderne und überlieferten Gesten versteht sie dabei als wesentliche und zugleich bereichernde Herausforderung. Die Anpassung von Techniken, die Transformation von Materialien und die Arbeit mit Licht stehen im Zentrum ihrer Überlegungen und ihrer Praxis, die von handwerklicher Sorgfalt, Strenge und Präzision geprägt ist.

Julie Costentin (geb. 1991, Luxemburg) ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die in Barcelona lebt und arbeitet. In ihrer Arbeit verbindet sie Malerei und Tufting zu hybriden Werken, die Farbe, Textur und Emotion erforschen. Ausgehend von ihrem Hintergrund in der Illustration und ihren multikulturellen Erfahrungen in Luxemburg, Brüssel und Madrid schafft sie immersive und spielerische Kompositionen, die figurative und abstrakte Elemente miteinander verbinden. Ihre Praxis umfasst gerahmte Tufting-Teppiche, Mixed-Media-Malereien sowie zeitgenössische getufteteObjekte wie Kissen und Spiegel, in denen symbolische Motive und ausdrucksstarke Farbpaletten zu taktilen und freudvollen Erfahrungen zusammenfinden.