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Vue de l'exposition "Leonor Antunes. joints, voids and gaps", 10.10.2020 – 05.04.2021, Mudam Luxembourg
Leonor Antunes

joints, voids and gaps

Das Mudam Luxemburg zeigt im Henry J. and Erna D. Leir Pavilion eine Ausstellung mit den jüngsten Skulpturen von Leonor Antunes (* 1972, Lissabon). Zu diesem Zweck hat die renommierte Künstlerin eine neue Installation konzipiert, die auf die architektonischen Eigenschaften und Proportionen des emblematischen Raums von Ieoh Ming Pei (1917, Guangzhou – 2019, New York) reagiert.

Für ihre Ausstellung im Mudam hat Leonor Antunes ein skulpturales Environment für den Henry J. and Erna D. Leir Pavilion und den gläsernen Übergang, über den man diesen erreicht, entworfen. Die Installation besteht aus einer hängenden Struktur aus Stahl und Kordeln, welche die sechseckige Form des Pavillons aufgreift und eine Gruppe von jüngeren und neueren Skulpturen der Künstlerin einrahmt. Diesen stehen eine Reihe von freistehenden Lichtskulpturen und ein neuer Korpus sogenannter „Kletter-Skulpturen“ gegenüber, die vor Ort aus geknoteten Kordeln und Leder hergestellt wurden. Die Installation wird horizontal verankert durch eine neue, nach einem Entwurf der Künstlerin realisierten Bodenarbeit aus Linoleum, die auf historische Volumenstudien der Künstlerin Lygia Clark (1920, Belo Horizonte – 1988, Rio de Janeiro) Bezug nimmt. Die Bodenarbeit verbindet die Präsentation im Mudam zudem mit den jüngsten Ausstellungen der Künstlerin im MASP – Museu de Arte de São Paulo und in der von der Architektin Lino Bo Bardi (1914, Rom – 1992, São Paulo) entworfenen Casa de Vidro (Glashaus). Der Titel der Ausstellung wiederum bezieht sich auf die für Bo Bardis Zeichnungen charakteristischen „Verbindungen, Leerstellen und Zwischenräume“.

Die Skulpturen von Leonor Antunes werden oft als Reaktion auf die vorgefundene räumliche Situation konzipiert und installiert, wobei sie sowohl die Architektur und Geschichte als auch das physische oder sensorische Erfahren des Orts berücksichtigen.

Die Arbeiten der Künstlerin beruhen auf ihrer Erforschung der Lebenswerke weniger bekannter Figuren der historischen Moderne wie die Architekten Eileen Gray (1878, Enniscorthy – 1976, Paris), Egle Trincanato (1910 Rom – 1998, Venedig) und Carlo Scarpa (1906, Sendai – 1978, Venedig), die Designerinnen Anni Albers (1899, Berlin – 1994, Orange) und Clara Porset (1895, Matanzas – 1981, Los Angeles) oder die Künstlerinnen Lygia Clark und Mary Martin (1907, Folkestone – 1969, London), deren Formen, Motive und Maße Antunes in Materialien und Texturen wie Kordeln, Holz, Kork, Leder und Messing interpretiert, anhand derer sie ein von handwerklichen Techniken inspiriertes skulpturales Formenvokabular entwickelt. Indem sie mit verschiedenen Maßstäben und Prozessen wie Knoten, Nähen, Sticken und Weben arbeitet, schafft sie räumliche Umgebungen aus drapierten Gitterstrukturen und hängenden, freistehenden oder kletternden Formen, die eine visuelle und skulpturale Choreografie formen und deren unterschiedliche Erzählstränge durch Zeit und Raum hindurch miteinander verwoben sind.

Leonor Antunes. joints, voids and gaps [Verbindungen, Leerstellen und Zwischenräume] ist Teil eines neuen Ausstellungsprogramms mit speziell für den Henry J. and Erna D. Leir Pavilion im Mudam konzipierten Arbeiten.

Biografische Anmerkung
Leonor Antunes (*1972, Lissabon) hatte Einzelausstellungen im MASP – Museu de Arte de São Paulo (2019), im Pirelli HangarBicocca, Mailand (2018), im Museo Tamayo, Mexiko (2018), in der Whitechapel Gallery, London (2017), in der Tensta Konsthall, Stockholm (2017), im San Francisco Museum of Modern Art (2016), im CAPC musée d’art contemporain de Bordeaux (2016), im New Museum, New York (2015) und in der Kunsthalle Basel (2013). 2019 vertrat Antunes Portugal auf der 58. Biennale von Venedig. Ihre Arbeit wurde auf bedeutenden internationalen Gruppenausstellung gezeigt, wie der 12. Biennale von Gwangju (2018), der 57. Biennale von Venedig (2017) oder der 8. Berlin Biennale (2014). Sie ist Preisträgerin des Zurich Art Prize 2019. Ihre Werke sind Teil bedeutender öffentlicher Sammlungen, wie derjenigen des Solomon R. Guggenheim Museum, New York, des Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, der Calouste Gulbenkian Foundation, Lissabon oder der Serralves Foundation, Porto. Antunes lebt und arbeitet in Berlin.

Credits

Kuratoren:
  • Suzanne Cotter
    Nelly Taravel