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View of the exhibition ‘A Model: Prelude − Rayyane Tabet. Trilogy’, 01.12.2023 – 12.05.2024, Mudam Luxembourg © Photo: Rémi Villaggi – Metz | Mudam Luxembourg
Rayyane Tabet. Trilogy

A Model: Prelude

Als Auftakt zur Ausstellung A Model wurde der Künstler Rayyane Tabet (1983, Ashqout, Libanon) eingeladen, ein ortsspezifisches Projekt für den Henry J. and Erna D. Leir Pavilion zu entwickeln.

Als ausgebildeter Architekt misst der Künstler den Kontexten, in die seine Projekte eingebettet sind, große Bedeutung bei. Seine Installationen setzen sich mit dem historischen Rahmen der Museumsarchitektur auseinander und zeigen deren Besonderheiten und Widersprüche.

Tabets Werkgruppe basiert auf der Analyse soziokultureller Zusammenhänge und verbindet historische mit subjektiver Erinnerung, um eine alternative Lesart zum offiziellen Narrativ seines Untersuchungsgegenstandes anzubieten. Für den Pavillon hat der Künstler Trilogy konzipiert, eine Installation, die sich entlang zentraler Momente der gegenwärtigen Geschichte und jener Luxemburgs im Dialog mit persönlichen Erinnerungen entfaltet.

Die Installation umfasst die Präsentation von Sanatorium Paimio (Schlafzimmermöbel), einem zentralen Werkensemble aus der Sammlung des Mudam, das der Architekt Alvar Aalto zwischen 1930 und 1933 entworfen hat. Es ist ein Sinnbild für eine funktionalistische Haltung und ein humanistisches Denken. Aalto gestaltete die Schlafzimmermöbel so, dass sie zum Wohlbefinden und zur Rehabilitation des Menschen beitragen.

Der Übergang zum Pavillon hat Tabet mit lichtdurchlässigen Vorhängen aus den 1950er-Jahren aus der Wohnung seiner Großeltern in Beirut verwandelt. Indem er persönliche Erinnerungen in das Gebäude des Mudam einfließen lässt, betont der Künstler die charakteristische Architektursprache von Ieoh Ming Pei, die sich durch gläserne Oberflächen auszeichnet als Symbol für Offenheit und eine von Fortschritt und Wohlstand geprägte Zeit. Im Gegensatz dazu ist das Glasdach des Pavillons mit einer blauen Folie überzogen, die auf Tarntechniken der Zivilbevölkerung Beiruts während des Sechs-Tage-Krieges im Jahr 1967 Bezug nimmt. Indem er das Innere des Mudam von oben unsichtbar macht, versetzt der Künstler das Sanatorium Paimio (Schlafzimmermöbel) in ein unendliches Zwielicht.

Im Untergeschoss des Pavillons schließlich nimmt der Künstler Bezug auf die Explosion in Beirut im Jahr 2020, indem er eine Reihe von Karaffen ausstellt, die aus am Ort der Detonation geborgenen Glasfragmenten bestehen – als Möglichkeit, sich eine Art symbolische Reparatur vorzustellen.

Der Künstler
Rayyane Tabet (1983, Ashqout, Libanon) hatte Einzelausstellungen im Walker Art Center, Minneapolis (2021), der Sharjah Art Foundation (2021), Storefront for Art and Architecture, New York (2020), Parasol Unit Foundation of Contemporary Art, London (2019), The Metropolitan Museum of Art, New York (2019), Musée du Louvre, Paris (2019), Carré d’Art – Musée d’Art Contemporain, Nîmes (2018) und im Kunstverein Hamburg (2017). Er hat an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen teilgenommen, darunter In the Heart of Another Country: The Diasporic Imagination Rises bei der Sharjah Art Foundation in Sharjah, UAE (2023), Machinations im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid, Spanien, die Whitney Biennale (2022), die 7. Yokohama Triennale (2020), die 2. Lahore Biennale (2020), die 21. Sydney Biennale (2018), Manifesta 12 (2018), die 15. Istanbul Biennale (2017), die 32. São Paolo Biennale (2016) und die 10. und 12. Sharjah Biennale (2011, 2015). Rayyane Tabet lebt und arbeitet in Beirut und San Francisco.

Credits

Ort:
Mudam Henry J. und Erna D. Leir Pavilion
Miniguides:
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Kuratoren:
  • Bettina Steinbrügge, mit Sarah Beaumont, Clément Minighetti und Joel Valabrega

Mit Unterstützung von:
  • Banque Degroof Petercam Luxembourg