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Pauline Boudry / Renate Lorenz, still from "Moving Backwards", 2019, Choreography/performance: Julie Cunningham, Werner Hirsch, Latifa La bissi, Marbles Jumbo Radio, Nach
The Illusion of the End

Mudam Performance Season

Mudam Performance Season: The Illusion of the End ist eine zwei Wochen dauernde Ausstellung die der Performance in der zeitgenössischen Kunst gewidmet ist, die erste ihrer Art im Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean. Die Säle des Erdgeschosses sowie der Grand Hall des Mudam bilden die Bühne für eine Reihe von Live-Performances und Installationen, die von international gefeierten Künstlern aus Deutschland, Italien, Polen, Russland und der Schweiz präsentiert werden.

The Illusion of the End, die sich sein Titel auf einen Essay des bekannten französischen Philosophen Jean Baudrillard bezieht, präsentiert Werke von Pauline Boudry und Renate Lorenz, Jacopo Jenna (*1980, Florenz), Nicholas Grafia (*1990, Angeles City, Philippinen) und Mikołaj Sobczak (*1989, Posen, Polen) sowie Vasya Run (gegr. 2014, Moskau). Das Programm nimmt als seinen Ausgangspunkt die „fatalen Strategien der Zeit“, die unsere Art, über die Geschichte und unsere Vorstellung ihres Endes nachzudenken, bestimmt. The Illusion of the End ist gedacht als Antwort auf unsere gegenwärtige Situation. Die hier präsentierten Arbeiten wurden durch die ständigen politischen und kulturellen Umbrüche geformt, die unsere gemeinsame und individuelle Wahrnehmung der Zeit verändert haben. So sieht sich die Wahrnehmung der Zeit als geradlinigem Verlauf herausgefordert von einer Idee der Zeit als ständige Wiederkehr des Gleichen, ähnlich unseren emotionalen, psychologischen und existentiellen Bedürfnissen. Die Werke in diesem Programm stellen Fragen über ein kollektives Gefühl von Entfremdung und Getrenntheit, über unsere Zukunft und die Möglichkeiten radikaler Veränderungen.

Die Installation Moving Backwards (2019) von Pauline Boudry und Renate Lorenz wird in der Ostgalerie des Mudam zu sehen sein. Sie beginnt mit dem Gefühl, von den jüngsten reaktionären Gegenbewegungen angetrieben zu sein und untersucht Möglichkeiten des Widerstandes, indem sie postmoderne Choreographie und Urban Dance mit Guerilla-Techniken und Elementen queerer Underground-Kultur verbindet. Die Installation versammelt Video, kinetische Skulptur und Performance in sich, letztere wird dabei sowohl live als auch im Film choreographiert gezeigt werden.

In der Westgalerie des Mudam finden während der zweiwöchigen Dauer der Ausstellung zu bestimmten Zeiten Performances statt: von Mittwoch, dem 6. Oktober bis Sonntag, dem 10. Oktober wird Jacopo Jennas If, If, If, Then (Expanded version) den Saal ausfüllen. Für Jenna geht Bewegung über choreographische Aktion hinaus. Für ihn ist sie eine abstrakte Form der Beobachtung, bei der zeitgenössischer Tanz wie eine direkte Antwort auf seine unmittelbare Umgebung verstanden wird. Dieses Werk entstand in Zusammenarbeit mit der Komponistin Caterina Barbieri, deren Forschungen über die psychologischen Effekte der Wiederholung sich in klanglichen Mustern spiegeln, die ein Gefühl von Ekstase und Betrachtung transportieren sollen.

Von Mittwoch, dem 13. Oktober bis Sonntag, dem 17. Oktober wird Vasya Run mit Stay here – you are the main act (2021) in der Westgalerie zu sehen sein. Diese neue Performance vereinigt Text, Gesten, Klang und Kostüme, um eine komplexe und symbolisch aufgeladene Arbeit zu schaffen, die die männlich dominierten Subkulturen der Strasse und die Ängste junger Leute untersucht. Die Kostüme wurden von dem in Luxemburg ansässigen Designer Jeremy Palluce entworfen.

Rooms (2020), ein neues Werk des Künstlerduos Nicholas Grafia und Mikołaj Sobczak, deren schriftlich ausgearbeiteten Performances die etablierten Machtstrukturen untersuchen, in denen sich Stereotype wiederholen, wird im Grand Hall des Mudam am Freitag 15. Oktober sowie am Sonntag, 17. Oktober zu sehen sein. Das Werk strotzt vor rituellen Bewegungen und Bezügen auf die Vielfalt von LGBTQIA+, pop-kulturellen Elementen und persönlichen Anekdoten aus dem Leben der Künstler und ist die jüngste ihrer Performances mit Skript, mit denen sie die von eingefahrenen Machtstrukturen ständig wiederholten Stereotypen hinterfragen.

Credits

Kuratorin:
  • Joel Valabrega

Künstler:
  • Pauline Boudry & Renate Lorenz
    Nicholas Grafia und Mikolaj Sobczak
    Jacopo Jenna
    Vasya Run

Mi technischer Unterstützung von:
  • noc.turn asbl

Medienpartner:
  • L’Essentiel
    Mousse

Mudam Luxembourg - Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean dankt allen Stiftern und Mäzenen, und insbesondere für ihre außergewöhnliche Unterstützung der Botschaft Italiens, wie auch ihren Partnern im Rahmen des Tages der zeitgenössischen italienischen Kunst.