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Tacita Dean, 150 Years of Painting
Tacita Dean

Einzelausstellung

Diese neue Werkschau der international renommierten Künstlerin Tacita Dean (1965, Canterbury) ist die erste ihrer Art in Luxemburg und der Großregion. Zu sehen sind jüngere und neue Arbeiten, darunter Filme, Zeichnungen und großformatige Fotoarbeiten. Teil der Ausstellung ist zudem eine von Dante Alighieris (Florenz, 1265 — Ravenna, 1321) Göttlicher Komödie inspirierte Werktrilogie, die als Teil der Aufführung von The Dante Project durch das Royal Ballet in London entstand.

Die Arbeit von Tacita Dean ist geprägt von einem Gefühl für Zeit und Ort, Subjekt und Geschichte und dem Respekt vor der Natur. Meer, Himmel, Bäume, Berge und Steine sind wiederkehrende Motive in ihren großformatigen Kreidezeichnungen auf Tafeln. Diese Werke, die flüchtige Naturphänomene veranschaulichen, können als Metaphern für das Erinnern gelesen werden. Deans Arbeiten auf 16-mm- und 35-mm-Film, die den bekanntesten Teil ihres Werks ausmachen, zeichnen sich durch lange, unbewegliche Kameraeinstellungen aus, mit denen sie die Intensität des Moments einfängt oder das Innenleben von Künstlern offenbart. Zu ihren Sujets gehörten etwa Merce Cunningham, Cy Twombly, David Hockney und Mario Merz. Seit 2006 beschäftigt sie sich in ihrer Arbeit auch mit dem Verschwinden analoger Technologien wie dem fotochemischen Filmverfahren und den daraus folgenden Auswirkungen auf die zeitgenössische Kultur. Laut Dean fördern digitale Technologien das Anhäufen von unbearbeiteten Aufnahmen: „Eine Welt, die nicht vergisst, ist eine Welt, die in ihrem Nicht-Vergessen ertrinkt“.

Die neuen Arbeiten, die Dean für The Dante Project konzipiert hat, sind das Resultat einer Zusammenarbeit mit dem Choreografen Wayne McGregor und dem Komponisten Thomas Adès. Eine große Kreidezeichnung, eine Fotoarbeit und ein abstrakter 35-mm-Film beschreiben Dantes Odyssee durch das Jenseits und die Welten der Hölle, des Fegefeuers und des Paradieses. Die als Reise durch verschiedene Medien dargestellte Arbeit geht vom Negativ ins Positiv, von Figuration in Abstraktion und von Schwarzweiß in Farbe über. Begleitet wird die Werktrilogie von One Hundred and Fifty Years of Painting (2021), einer gefilmten Unterhaltung zwischen Luchita Hurtado (1920, Caracas – 2020, Santa Monica) und Julie Mehretu (1970, Addis Abeba), die als Reaktion auf den zufälligen Umstand entstand, dass die beiden Künstlerinnen mit fünfzig Jahren Abstand an exakt dem gleichen Tag zur Welt kamen. Der Film bildet den Kernpunkt des zweiten Teils der Ausstellung.

Biografie
Tacita Dean (1965, Canterbury) hatte zuletzt Einzelausstellungen im Kunstmuseum Basel (2021), im EMMA – Espoo Museum für Moderne Kunst in Finnland (2020), in der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen (2019), im Serralves Museum of Contemporary Art in Porto (2019) und im Kunsthaus Bregenz (2018). 2018 zeigte sie gleichzeitig die Ausstellungen LANDSCAPE, PORTRAIT und STILL LIFE in der Royal Academy, der National Gallery und der National Portrait Gallery in London. 2011 stellte sie als Teil der Unilever Series die Arbeit FILM in der Tate Modern aus, die den Beginn ihrer Kampagne zum Schutz und Erhalt fotochemischer Filmverfahren markiert. Im Oktober 2021 wird das auf Dantes Göttlicher Komödie beruhende neue Ballettstück The Dante Project des Royal Ballet mit einer Choreografie von Wayne McGregor (1970, Stockport) und einem Bühnenbild sowie Kostümen von Tacita Dean unter der Leitung des Dirigenten und Komponisten Thomas Adès (1971, London) am Royal Opera House in London Premiere feiern. 2014–2015 war sie Artist in Residence am Getty Research Institute. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles.

Credits

Ort:
Mudam Ausstellungsräume Ebene 1
Kuratoren:
  • Suzanne Cotter und Christophe Gallois, assistiert von Clémentine Proby

Publikation:
  • Zur Ausstellung veröffentlicht das Mudam Luxembourg eine neue Publikation in zwei Bänden, von denen der erste ausschließlich der Werktrilogie für The Dante Project gewidmet ist.