Zur Navigation Zu den wichtigsten Inhalten
Mohamed Toukabri, ‘Every-Body-Knows-What-Tomorrow-Brings-And-We-All-Know-What-Happened-Yesterday’, 2025. Courtesy of the artist. Photo: Stef Stessel
Mohamed Toukabri: Every-Body-Knows

Performances | 16:30

Mohamed Toukabri (1990, Tunis) lebt und arbeitet in Brüssel als Tänzer und Choreograf und entwickelt seine eigenständige Bewegungssprache aus einer Kritik an der Vereinnahmung von Tanztraditionen durch Institutionen und den kolonialen Prägungen, die dem zeitgenössischen Tanz eingeschrieben sind. In seinen Performances verbindet er Genres, die gemeinhin als hierarchisch voneinander getrennt gelten: Subversive Praktiken mit Ursprung auf der Straße – Hip-Hop und Breaking – begegnen zeitgenössischen und postmodernen Tanzformen, die dem Studio und der Akademie zugerechnet werden.

Toukabri untersucht die Wechselbeziehungen zwischen Migration, diasporischerIdentität, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit sowie geteilten Überlieferungen, die Generationen verbinden. Dabei begreift er den Körper als Träger von Wissen und Erinnerung – ob bewusst oder unbewusst –, in dem Bewegung zur Sprache wird, durch die gelebte Erfahrung ausgedrückt und weitergegeben wird.

Every-Body-Knows ist eine räumliche Adaption von Toukabris Solo-BühnenwerkEvery-Body-Knows-What-Tomorrow-Brings-And-We-All-Know-What-Happened-Yesterday (2025), in dem er diese Erkundungen der Tanzgeschichte und der grundlegenden Bedingungen von Bewegung in den Mittelpunkt stellt.

Wie der Titel andeutet, schöpft das Werk aus dem, was wir und unsere Körper ausder Vergangenheit in sich tragen, und wie dies nicht nur unsere Gegenwart, sondernauch unsere Zukunft prägt: Wer darf sich bewegen, auf welche Weise, warum und wo? Hier verwandelt sich Tanz in einen Ort der Befragung und zugleich in eine Form des Widerstands. Toukabris Choreografie wird von den Worten der tunesischenKünstlerin und Aktivistin Essia Jaïbi begleitet, die für ihre Arbeit als Regisseurin, Dramaturgin und Produzentin bekannt ist.

Der Künstler lädt ein in einen Raum, in dem Bewegung zur Erinnerung wird – und Erinnerung zur Probe für das, was noch kommen wird.

Biografie: 

Mohamed Toukabri (1990, Tunis) hat seine Performances international präsentiert, unteranderem beim Festival d’Avignon (2025); HAU, Berlin (2025); Théâtre Les Tanneurs, Brüssel; Usine à Gaz, Nyon; Sadler’s Wells, London; Théâtre de la Bastille, Paris (2024); The Lowry, Salford; Staatstheater Hannover; Künstler*innenhaus Mousonturm, Frankfurt (2023); Tanzquartier Wien, Wien; STUK, Leuven (2022); CC De Factorij, Zaventem (2020); Southbank Centre, London; KLAP Maison pour la danse, Marseille; sowieConcertgebouw Brugge (2019). Er hat außerdem an zahlreichen Festivals teilgenommen, darunter Ruhrtriennale; Festival d’Avignon; Latitudes Contemporaines, Lille; Les Rencontres à l’Échelle, Marseille (2025); Europalia, Oostende (2024); Shubbak Festival, London (2023); Dream City, Tunis; OpenStreets, Brüssel (2022); sowie Me, Myself & I Festival, Dresden (2018). Mohamed Toukabri lebt und arbeitet in Brüssel.

Credits

Rahmen:
Kuratorische Leitung:
  • Léon Kruijswijk, assistiert von Nicole Wittmann

Konzept, Choreografie und Performance: Mohamed Toukabri 
Text und Stimme: Essia Jaïbi 
Soundgestaltung: Annalena Fröhlich 
Grafikdesign und Animation: Alyson Sillon 
Szenografie, Lichtgestaltung und Bühnenmanagement: Matthieu Vergez 
Kostüm: Magali Grégoir