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Martine Feipel & Jean Bechameil

Einzelausstellung

Martine Feipel und Jean Bechameil (1975, Luxemburg / 1964, Paris) waren zunächst in Luxemburg aktiv, bevor sie sich dauerhaft in der europäischen Szene etablieren konnten. Seit 2008 entwickelt das Künstlerduo ein Werk, das sich durch eine vielfältige Formensprache und eine engagierte Auseinandersetzung mit der heutigen Gesellschaft auszeichnet. Das Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean hat die Künstler eingeladen, eine neue Installation für den Skulpturengarten des Museums zu konzipieren.

Die in der Tradition der Moderne und der Avantgarden der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verankerten Arbeiten von Martine Feipel und Jean Bechameil nehmen ihre Anleihen sowohl bei den Experimenten des Kubismus und den Kompositionen der Konstruktivisten als auch beim Funktionalismus des Bauhaus, der stylisierten Ästhetik des Jugendstils und der kinetischen Kunst. Indem sie sich deren ästhetisches und thematisches Vokabular aneignen, erschaffen sie immersive, physische und wahrnehmungsbezogene Installationen, in denen Illusion und Imagination miteinander verschmelzen.

Die Arbeiten von Feipel und Bechameil thematisieren darüber hinaus einen zentralen Aspekt der Moderne und der Gegenwart: die Automatisierung von Industrie und Alltag. Die fortschreitende Mechanisierung der Gesellschaft stellt sich in ihren Skulpturen in Form von Zahnrädern und unterschiedlichen Maschinenteilen dar, die dank einer Behandlung mit Harz oder synthetischem Gips an versteinerte Überreste erinnern, die jeglicher Funktionalität beraubt sind. Indem sie Formen erschaffen, die auf die industrielle Moderne verweisen, untersuchen die beiden Künstler auch die „Mechanismen“ zeitgenössischer Lebensstile und deren soziale und kollektive Rahmenbedingungen, um so neue „Möglichkeitsräume“ zu eröffnen.

Ausgangspunkt ihrer Arbeiten ist zumeist die Geschichte eines bestimmten Ortes oder die Analyse des jeweiligen Kontexts. Dabei beruht die visuelle Strahlkraft ihrer Arbeit jedoch vor allem auf ihrer Fähigkeit, Umgebungen zu schaffen, deren Theatralik durch eine dramatische Beleuchtung subtil untermalt wird. Die für den Skulpturengarten des Museums konzipierte Installation umfasst eine Reihe von Werken, die sich anhand von Zeitlupen-Effekten und Raschelgeräuschen zu einer theatralischen Kulisse zusammenfügen.

Biografie
Martine Feipel und Jean Bechameil (1975, Luxemburg / 1964, Paris) haben Einzelausstellungen in der HAB Galerie in Nantes (2020), im Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain (2017), im Cercle Cité in Luxemburg (2015), im Pavillon de l’Arsenal in Paris (2014), im Creux de l’enfer in Thiers, Frankreich (2013), im Centre d’art Nei Liicht in Düdelingen, Luxemburg (2010), im Centre des Arts Pluriels in Ettelbrück, Luxemburg (2010) und in Værnedamsvaj in Kopenhagen präsentiert. Sie sind in der Sammlung des Mudam mit der großen Installation Le Cercle fermé (2011) vertreten. Ihre großformatige Skulptur Many Dreams (2012) wurde 2014 im angrenzenden Park Dräi Eechelen ausgestellt. 2011 vertraten sie Luxemburg auf der 54. Biennale von Venedig. Ihre Arbeiten befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, unter anderem dem Mudam Luxembourg, dem MNHA – Nationalmuseum für Geschichte und Kunst in Luxemburg und dem Frac Lorraine in Metz. Sie leben und arbeiten in Brüssel.

Credits

Ort:
Mudam Jardin des sculptures
Kurator:
  • Clément Minighetti assisted by Clémentine Proby