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Peter Halley, "Two Cells with Conduit and Underground Chamber", 1983. Collection B.Z. and Michael Schwartz, New York © Photo: Robert Glowacki
Peter Halley

Conduits. Paintings from the 1980s

Angeregt von dem Gemälde Yesterday, Today, Tomorrow (1987) aus der Mudam Sammlung konzentriert sich diese umfassende monografische Ausstellung auf die ersten zehn Jahre in der künstlerischen Laufbahn von Peter Halley, einer Zeit des intensiven Schaffens, in der er seine malerische Praxis entwickelte und zahlreiche kritische Texte verfasste. Mit dreißig bedeutenden Werken aus öffentlichen und privaten Sammlungen sowie einem Ensemble aus Zeichnungen, Skizzen und Notizen wird diese Ausstellung die Entwicklung der Bildsprache, für die der Künstler bekannt ist, sowie ihre geistesgeschichtlichen Wurzeln aufzeigen.

Nachdem er in den späten 1970er Jahren sein Studium in Yale und New Orleans abgeschlossen hatte, kehrte Peter Halley 1980 nach New York zurück und ließ sich im East Village in Manhattan nieder. Im selben Jahr malte er seine ersten Bilder des Eingesperrtseins, in denen er in der Bildsprache der geometrischen Abstraktion auf die Bürokratisierung der Umwelt reagierte. Halley stellte auf radikale Weise die symbolischen Bedeutungen der Moderne in Frage und dekonstruierte die Formensprache der Abstraktion und eine ihrer bedeutungsvollsten Formen, das Quadrat. Die Abstraktion wurde hierbei nicht mehr als utopischer Ausgangspunkt der Befreiung verstanden, sondern als dystopisches Symbol für die Regulierung der Umwelt und des sozialen Raums wie auch im Hinblick auf den Einfluss, den die Technologie auf das Leben heute hat.

Halleys Arbeiten entstanden in der Frühzeit der Internetära, in einer Zeit der immer massenhafteren Verbreitung von privaten Computern. Dabei entwickelte er in seinen Bildern ein System geometrischer Icons, die er als „Gefängnis“, „Zellen“ und „Leitungen“ beschrieb, und mit denen er Themen wie Abgeschlossenheit, Isolation und Verbindung behandelte. Indem er mit unkonventionellen Materialien arbeitete, wie mit Roll-A-Tex, einem Farbadditiv, mit dem man beim Auftrag eine Oberflächentextur erhält, oder den fluoreszierenden Farben von Day-Glo, verwies er auf die zunehmende Mechanisierung der handwerklichen Arbeit und des Know-Hows wie auch auf die überall vorkommende Technologie in unserer postmodernen Umwelt. In seinem Essay Geometry and the Social aus dem Jahr 1990 machte er sich Gedanken über diese grundlegende Phase seiner Arbeit und schrieb:

Ich wollte den Blick auf diese geometrisierte, rationalisierte und quantifizierte Welt lenken. Ich sah darin eine Welt, die beherrscht wurde von Effizienz, von der Reglementierung der Mobilität, von Bürokratien, im Unternehmen, der Regierung oder an der Universität… Geometrie ist auch die Sprache der Klasse der Manager und anderer Professionellen. Sie ist die Sprache der Unternehmen und der Ablaufdiagramme, sie ist die Sprache der Stadtplanung und des Marketings.

Biografie
Peter Halley (1953, New York) hatte bedeutende Einzelausstellungen in folgenden Einrichtungen: Dallas Contemporary (2021); Schirn Kunsthalle, Frankfurt (2016); Musée d’Art Moderne Saint- Etienne Métropole (2014); Kitakyushu Municipal Museum of Art, Japan; Folkwang Museum, Essen (1998); Museum of Modern Art, New York (1997); Dallas Museum of Art (1995); Des Moines Art Center (1992); CAPC – Musée d‘Art Contemporain de Bordeaux; Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid; Stedelijk Museum, Amsterdam (1991); Museum Haus Esters, Krefeld, sowie im Institute of Contemporary Art, London (1989). Seine Arbeiten finden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, wie im Museum of Modern Art, New York ; Stedelijk Museum, Amsterdam ; Tate, London und Centre Pompidou, Paris. Er lebt und arbeitet in New York.

Credits

Ort:
Mudam Ausstellungsräume Ebene 1
Kuratorin:
  • Michelle Cotton, assistiert von Sarah Beaumont

Mit der Unterstützung unserer Ausstellungspartner:
  • Banque Degroof Petercam Luxembourg
    Cargolux

Die Ausstellung im Mudam entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Sie präsentiert Werke aus den Sammlungen des CAPC – Musée d’Art Contemporain, Bordeaux, des Museum of Modern Art, New York, des Solomon R. Guggenheim Museums, New York; des Städel Museums, Frankfurt, des Whitney Museum of American Art, New York und der Mudam Sammlung. Die Ausstellung begleitet ein umfassend illustrierter Katalog mit einem ausführlichen Interview mit dem Künstler, einem Beitrag der Kuratorin und zwei neue Texte von Tim Griffin und Paul Pieroni.