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Das Werk des britisch-japanischen Künstlers Simon Fujiwara (1982, London) lädt dazu ein, sich der zeitgenössischen Welt in all ihrer Komplexität, ihren Absurditäten und Widersprüchen zu stellen. Oft wird sein Werk als Spiegel der Gesellschaft beschrieben; darin reflektiert der Künstler das Leben in einer schnelllebigen, von Bildern überfluteten Gegenwart, indem er spielerische, surreale und mitunter verstörende Erfahrungen schafft.
Fujiwaras Werk umfasst ein breites Themenspektrum, das von Geschichte, Mythologie, Sexualität und Psychoanalyse bis hin zu Architektur, Kunstgeschichte und Anthropologie reicht. Trotz dieser ambitionierten inhaltlichen Spannweite bleibt seine Arbeit stets eng an die eigene Lebenserfahrung gebunden und eröffnet so eine persönliche Perspektive auf übergeordnete gesellschaftliche Fragestellungen.
Wiederkehrende Motive wie ikonische Figuren, Cartoons, Freizeitparks, touristische Massenattraktionen und Museen verweisen auf sein Interesse daran, wie die Gesellschaft Bilder ihrer selbst hervorbringt, übersteigert oder erfindet. Hinter diesen scheinbar verführerischen Oberflächen legt er eine ergreifende Frage frei: Warum sehnen wir uns nach Authentizität, während wir zugleich immer künstlichere Wirklichkeiten erschaffen?
Diese Ausstellung vereint nahezu zwanzig Jahre künstlerischer Arbeit und macht die Bandbreite von Fujiwaras Praxis sichtbar. Sie umfasst Malerei, Film, Performance, Animation und erzählerische Formate und nutzt diese unterschiedlichen Medien, um Porträts des sich entfaltenden 21. Jahrhunderts zu entwerfen.
Biografie
Simon Fujiwara (1982, London) hatte Einzelausstellungen in Institutionen wie Kiasma, Helsinki (2024), Prada Aoyama, Tokio (2022), Fondazione Prada, Mailand (2021), Blaffer Art Museum, Dallas (2020), Lafayette Anticipations, Paris, Kunsthaus Bregenz (2018), Kunsthalle Düsseldorf (2016), The Carpenter Center, Harvard University, Cambridge (2014), Kunstverein Braunschweig (2013), Tate St. Ives (2012), The Power Plant, Toronto (2011) und der Julia Stoschek Collection, Düsseldorf (2010). Er war an zahlreichen Gruppenausstellungen und Biennalen beteiligt, unter anderem im Museum of Contemporary Art Chicago, bei M+, Hongkong (2025), im Ulsan Museum (2023), in der Kunsthalle Hamburg (2022), im Schwulen Museum, Berlin (2020), im The Shed, New York, bei der 16. Istanbul Biennale, im Hamburger Bahnhof (2019), im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main (2017), im Solomon R. Guggenheim Museum, New York (2015), bei der 9. Shanghai Biennale (2012) und der 53. Biennale di Venezia (2009). Seine Arbeiten befinden sich u. a. in den Sammlungen des Museum of Modern Art, New York, des Solomon R. Guggenheim Museum, New York, der Tate, London, des Museum of Contemporary Art, Tokio, der Hamburger Kunsthalle, des Centre Pompidou, Paris, und der Fondazione Prada, Mailand. Simon Fujiwara lebt und arbeitet in Berlin.





