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Ursprünglich für den luxemburgischen Pavillon auf der 60. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia (2024) konzipiert, ist die Installation A Comparative Dialogue Act das Ergebnis einer beispiellosen Zusammenarbeit zwischen dem luxemburgischen Künstler und Musiker Andrea Mancini (1989) und dem multidisziplinären Kollektiv Every Island, das 2021 in Brüssel gegründet wurde. An der Schnittstelle von bildender Kunst, Performance und Musik konzipiert das Werk den Ausstellungsort als Ort der Produktion und des gemeinsamen Experimentierens mit anderen Künstler:innen und erweitert so den Begriff des kollektiven Kunstwerks. Hier verschmelzen Klang und Raum: Die räumlichen Elemente – Boden und Wände – werden zu Klanginstrumenten, die nach und nach ein eindringliches und kollektives Erlebnis schaffen. Der Titel der Ausstellung fasst den experimentellen Charakter des Projektszusammen: eine Erkundung verschiedener Klang- und Musiksprachen, die das Potenzial von Klang als Werkzeug der Verhandlung, Intervention und Kontamination aufzeigt. Während der Ausstellung wird die Installation durch eine Reihe von kurzen Performances ergänzt. Bei der Reaktivierung des luxemburgischen Pavillons werden wir mit lokalen Kulturschaffenden zusammenarbeiten. Der Pavillon ist ein Instrument, das sich ständig weiterentwickelt. Bei der Reaktivierung des luxemburgischen Pavillons werden wir mit lokalen Kulturschaffenden zusammenarbeiten. Der Pavillon ist ein Instrument, das sich ständig weiterentwickelt.
Gastkünstler:innen im Mudam:
Cucina Povera
Performance: 25. September 2025, 20:30 Uhr (Ausstellungseröffnung)
Produktionsphase: 26. September 2025, ganztägig
Performance: 27. September 2025, 16:30 Uhr
bela
Produktionsphase: 6.–7. November 2025, ganztägig
Performances: 8.–9. November 2025, 16:30 Uhr
Katarina Gryvul
Produktionsphase: 11.–12. Dezember 2025, ganztägig
Performances: 13.–14. Dezember 2025, 16:30 Uhr
Thomas Lea Clarke
Produktionsphase: 15.–16. Januar 2026, ganztägig
Performances: 17.–18. Januar 2026, 16:30 Uhr
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Biografien
Andrea Mancini (*1989) ist ein italienisch-luxemburgischer Künstler und Musiker, der in Brüssel lebt und arbeitet. In seiner Arbeit erforscht er die Schnittstellen von Klang, Raum und Materialität und verwandelt übersehene Materialien in klingende, performative Oberflächen. Mithilfe sinnlicher Medien sowie skulpturaler und räumlicher Interventionen gestaltet er Umgebungen, die zu aktiver Teilnahme und verkörpertem Zuhören einladen. Mancinis Installationen lassen die Grenzen zwischen Architektur, Klang und Präsenz verschwimmen – sie schaffen Räume, die auf Bewegung, Vibration und Nähe reagieren. Aktiviert von ihm selbst oder von anderen werden sie zu Orten sensorischer Spannung, des Dialogs und der gemeinsamen Erfahrung, die hinterfragen, wie wir die gebaute Welt bewohnen und wahrnehmen.
Every Island ist ein 2021 in Brüssel gegründetes Kollektiv. Ihre Raumforschung widmet sich der Bedeutung von Performativität in der Architektur und schlägt sich in flüchtigen Bauprojekten, Designs und Installationen nieder. Jedes Projekt entwickelt Räume, die unvorhergesehene Formen der Nutzung eröffnen, und stellt damit überlieferte binäre und normative Modelle infrage. Raum wird zu einem Gestaltungswerkzeug zur Aushandlung erweiterter gemeinsamer Grundlagen, wo Wahrnehmung, Handlung und Projektion ein einziges Feld bilden. Die Arbeit des Kollektivs war bereits in zahlreichen Institutionen und bei Theater- und Performance-Festivals zu sehen, etwa bei der Biennale von Venedig (2024), im BOZAR in Brüssel (2023), beim Santarcangelo Festival dei Teatri in Santarcangelo di Romagna (2022), im VIERNULVIER in Gent (2022) sowie im Mudam Luxembourg (2022). Zum Kollektiv gehören derzeit Martina Genovesi, Alessandro Cugola, Caterina Malavolti, Juliane Seehawer und Astrid Lykke Nielsen.
Die karelisch-luxemburgische Musiker:in Maria Rossi startete 2017 das Solo-Projekt Cucina Povera. Zuvor produzierte, komponierte und performte dey in Glasgow mit Daniel Magee (Lo Kindre) als Teil von Luxos, mit dem NEET-Kollektiv der Green Door Studios und mit der Band Tarantula. Rossi kooperierte in audiovisuellen Projekten mit Roos Dijkhuizen, Mary Hurrell und Katie Shannon und veröffentlichte LPs auf Labels wie Night School, BAKK, Editions Mego und Primordial Void. Dey absolvierte Live-Auftritte und erstellte Mixes u. a. für BBC Radio 3, BBC Radio 6 Music, NTS und Radio Raheem und war Artist-in-Residence in drei Nationalparks im Süden Frankreichs (mit dem Choreografen Frank Micheletti), bei WORM in Rotterdam, bei den Hallo: Festspielen in Hamburg und im Rahmen der Plattform SHAPE+ beim Intonal Festival in Malmö (mit Emanuel Sundin und Maja Li Härdelin). Auftragsarbeiten entstanden u. a. für Radiophrenia (Glasgow), Sonica (Glasgow) und Performa/Pioneer Works (New York City). Rossi ist in dreißig Ländern auf der ganzen Welt aufgetreten.
bela (they/them) kommt ursprünglich aus Südkorea, ist Musiker:in, Performancekünstler:in und DJ und lebt in Berlin und Prag. Neben der eigenen Arbeit als Musiker:in und Performancekünstler:in arbeitet bela mit Theresa Baumgartner und Lukas Feigelfeld an audiovisuellen Performances und tritt bei AKA HEX (Aïsha Devi und Slikback) mit improvisiertem Gesang auf. Soloauftritte und Kollaborationen von bela waren u. a. bei Berlin Atonal, in der Trauma Bar und Kino in Berlin, bei Nowadays in New York, im Schauspielhaus Zürich, bei Lunchmeat in Prag, im Cafe OTO in London, beim CTM Festival in Berlin, bei Ephemera in Warschau und bei Unsound in Krakau zu sehen. Als DJ debütierte bela 2017 in Seouls Underground-Szene im Cakeshop und spielte seitdem u. a. in Clubs wie dem Tresor und der Säule in Berlin, im ALL in Shanghai und im Planeta Za des Ankali in Prag. bela co-organisiert außerdem den Sorrow Club, eine Veranstaltungsreihe mit musikalischen und nicht-musikalischen Formaten, und war für die SHAPE+ Plattform 2023–24 nominiert.
Katarina Gryvul wurde in der Ukraine geboren und lebt in Krakau. Sie studierte an den Musikakademien von Lwiw und Krakau Violine und Komposition und absolviert derzeit den Master Computer Music and Sound Art an der Kunstuniversität Graz. Neben ihrer künstlerischen Praxis ist Gryvul Gründerin der Gryvul School, einer Initiative zur Weitergabe ihrer eignen Expertise an Musiker:innen auf der ganzen Welt. Die Schule unterstützt Studierende und Berufsmusiker:innen und fördert sie in ihrer Entwicklung sowie bei der Erkundung neuer Möglichkeiten. Gryvul ist im ersten Katalog ukrainischer Musik vertreten, war Stipendiatin des Gaude-Polonia-Programms des polnischen Kulturministeriums und nahm an der 37. Generalversammlung der International Confederation of Electroacoustic Music teil. Sie erhielt das Stipendium des Präsidenten der Ukraine für junge Autor:innen und Künstler:innen, gewann den Grand Prix im Bereich Musik- und Sounddesign des Wettbewerbs „Power of Young“ und wurde als Künstlerin der SHAPE+ Plattform 2022–2023 ausgewählt. Ihre Werke wurden u. a. bei Festivals wie dem Warschauer Herbst, der Ars Electronica in Linz, Rewire in Den Haag, dem CTM Festival in Berlin, den Nuits sonores in Lyon, Skaņu Mežs in Riga, am ZKM in Karlsruhe und im Sanatorium of Sound in Sokołowsko aufgeführt.
Thomas Lea Clarke wurde in Luxemburg geboren, lebt in Berlin, ist Klangkünstler und macht elektronische Musik. Er hat Musik auf mehreren Labels veröffentlicht, darunter Optimo Music, Offen Music, Neubau und Knekelhuis. Darüberhinaus betreibt er Phase Group, ein Musiklabel und eine Plattform für experimentelle und avantgardistische elektronische Musik. Seine Arbeiten wurden in verschiedenen Kontexten in ganz Europa präsentiert, u. a. in Ausstellungen und Performances im Casino Luxembourg – Forum d’Art Contemporain, bei Hošek Contemporary, im Silent Green und im Berghain in Berlin, im Tramway in Glasgow, im Fuse Art Space in Bradford und im Cafe OTO in London. Derzeit absolviert er ein Masterstudium in Sound Studies and Sonic Arts an der Universität der Künste Berlin, wo er sein Interesse an der Poetik des Klangs, an Räumlichkeit und an den politischen und kulturellen Dimensionen des Zu/Hörens weiterentwickelt.





